HOME

Polizeieinsatz Hamburg: Psychisch Kranker erschossen

Ein psychisch kranker Mann ist in Hamburg bei einem Polizeieinsatz erschossen worden, nachdem er einer Beamtin die Dienstpistole abgenommen hatte. Vorher hatte er eine Kindergärtnerin und eine Verkäuferin attackiert.

Nach Angaben der Polizei war der 38-Jährige am Freitag zunächst in einen Kindergarten eingedrungen und hatte eine Betreuerin angegriffen. Anschließend habe er eine Verkäuferin in einem benachbarten Supermarkt attackiert. Daraufhin hätten Beamte nach dem Mann gefahndet, um ihn in Gewahrsam zu nehmen und von einem Arzt untersuchen zu lassen. In seiner Wohnung hätten die Polizisten ihn jedoch zunächst nicht angetroffen.

Gegen Abend sei der 38-Jährige dann gewaltsam in seine Wohngruppe eingedrungen. Daraufhin wurden zwei Streifenwagenbesatzungen alarmiert. Bereits im Flur der Wohngruppe griff der Mann die Polizisten massiv an. Dennoch gelang es den Beamten nicht, ihn trotz des Einsatzes von Pfefferspray zu überwältigen. Immer wieder seien Polizisten von Schlägen verletzt worden, sagte der Sprecher. Während der Auseinandersetzung gelang es dem 38-Jährigen, einer Polizistin die Pistole abzunehmen. Als die Situation weiter eskalierte, musste die 41-jährige Beamtin von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen, sagte der Polizeisprecher. Der Mann wurde getroffen und zog sich mit der Pistole in die Wohnung zurück. Zur Unterstützung forderten die Beamten das Mobile Einsatzkommando (MEK) an.

mann soll Medikamente abgesetzt haben

Als das MEK das Gebäude weniger später stürmte, war er bereits tot. Er kam in das Institut für Rechtsmedizin, wo er obduziert werden sollte. Nach Angaben des Polizeisprechers war der 38-Jährige seit 1993 psychisch krank. Wegen der schweren Erkrankung sei er bereits in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik behandelt worden. Zuletzt lebte er in einer betreuten Wohngruppe. Nach Angaben von Zeugen soll er seit einigen Tagen keine Medikamente mehr eingenommen haben und daher "extrem aggressiv" gewesen sein.

Die eingesetzten Polizisten wurden in einem Krankenhaus ambulant behandelt und vom Kriseninterventionsteam betreut. Bisher konnten sie am Samstag noch nicht zum Ablauf der Aktion befragt werden. Zu klären sei, wie es dem Mann gelingen konnte, der Beamtin die Dienstwaffe abzunehmen, sagte der Sprecher.

DPA

Themen in diesem Artikel