Polizeistreife stoppt ETA-Kämpfer Beamter stirbt bei Feuergefecht


Mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA haben nahe Paris erstmals einen französischen Polizisten getötet.

Mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA haben nahe Paris erstmals einen französischen Polizisten getötet. Wie am Mittwoch aus Ermittlerkreisen verlautete, hatte sich eine bewaffnete Gruppe von mindestens fünf Männern und einer Frau am Vorabend südöstlich der französischen Hauptstadt ein Feuergefecht mit einer Polizeistreife geliefert.

Dabei wurde ein 52-jähriger Beamter trotz einer kugelsicheren Weste von einem Geschoss im Brustkorb getroffen und tödlich verletzt. Seine Kollegen konnten einen der Angreifer festnehmen, der sich selbst als ein Mitglied der ETA identifizierte. Drei mutmaßliche ETA- Terroristen entkamen in einem Auto, zwei flüchteten zu Fuß. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein.

Die bewaffnete Gruppe hatte nach diesen Angaben ein Autohaus in Dammarie-les-Lys überfallen und mehrere Wagen gestohlen. Eine Polizeistreife stoppte eines der Fahrzeuge und wollte die Insassen festnehmen. In diesem Augenblick sei ein anderes Auto herangefahren, hieß es. Dessen Insassen hätten das Feuer auf die Beamten eröffnet. Dabei sei einer der Polizisten vermutlich durch die Achselhöhle seiner kugelsicheren Weste von einem Geschoss getroffen worden.

Frankreich hat einen hohen Preis dafür gezahlt, dass es Spanien im Kampf gegen den Terror der ETA unterstützt

Ob bei dem Feuergefecht auch einer der Angreifer verletzt wurde, war zunächst nicht bekannt. Bei dem Festgenommenen handelte es sich nach Angaben der Ermittler um den mutmaßlichen ETA-Terroristen Joseba Fernández Aspurz alias "El Guindi". Er wird in Spanien wegen mehrerer Brandanschläge in der Region Navarra steckbrieflich gesucht.

Die ETA hatte in der Vergangenheit schon mehrmals französische Polizisten bei Schusswechseln verletzt, aber nie einen Beamten getötet. Allerdings hatten ETA-Terroristen in Frankreich mehrere Attentate auf spanische Polizisten verübt und zuletzt im Dezember 2007 in Capbreton zwei Beamte der paramilitärischen Guardia Civil ermordet.

Die spanische Regierung sprach den Franzosen für den Tod des Polizisten ihr Beileid aus. "Frankreich hat einen hohen Preis dafür gezahlt, dass es Spanien im Kampf gegen den Terror der ETA unterstützt", sagte der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Der französische Innenminister Brice Hortefeux besuchte das Kommissariat des getöteten Beamten.

APN APN

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