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Polizistenmörder von Tacoma: Fahnder nehmen Verdächtigen ins Visier

Nach der Ermordung von vier Polizisten in Tacoma im Bundesstaat Washington hat die Polizei einen Verdächtigen: Sie umstellte das Haus eines vorbestraften Schwerkriminellen. Eine Festnahme gab es bislang aber noch nicht.

Nach der Ermordung von vier US-Polizisten läuft die Fahndung nach dem Täter auf Hochtouren. Ins Visier der Polizei im Staat Washington ist dabei ein 37 Jahre alter Gewaltverbrecher geraten, der kürzlich wegen eines Angriffs auf einen Polizeibeamten und der Vergewaltigung eines Kindes angeklagt und dann gegen Kaution freigelassen worden war. Am frühen Montag umstellte die Polizei ein Haus in Seattle, in dem sie Maurice Clemmons vermutete. Per Lautsprecher appellierten die Beamten an den Verdächtigen, sich zu stellen.

Clemmons hat ein dickes Straftatenregister: 1989, im Alter von 17 Jahren, wurde er in Arkansas wegen schweren Raubüberfalls zu 95 Jahren Gefängnis verurteilt, im Jahr 2000 aber aufgrund seines jugendlichen Alters zur Tatzeit begnadigt. Wegen Verletzung seiner Bewährungsauflagen wurde er schon ein Jahr später wieder eingesperrt. 2004 wurde Clemmons Zeitungsberichten zufolge dann wieder freigelassen.

Welches Motiv Clemmons für die gezielten Schüsse auf die Polizisten gehabt haben könnte, ist nach wie vor unklar. Doch augenscheinlich handelt es sich um einen labilen Mann mit Hang zur Gewalt. So berichtet die "Seattle Times" unter Berufung auf Polizeiunterlagen, Clemmons habe seine Frau und mehrere junge Verwandte gezwungen, sich vor ihm auszuziehen. Einen Hilfssheriff habe Clemmons ins Gesicht geschlagen. Außerdem soll er ständig vom bevorstehenden Ende der Welt gesprochen und sich selbst als Jesus bezeichnet haben.

"Das war eher eine Exekution"

Die vier Polizisten in Uniform hatten am Sonntag kurz vor Dienstbeginn in Tacoma in einem Café gesessen, als ohne Vorwarnung auf sie geschossen wurde. Polizeisprecher Ed Troyer sagte, dies sei kein Raubüberfall gewesen, es war "ein klarer Hinterhalt". Und: "Das war eher eine Exekution." Da sei jemand mit der klaren Absicht in das Cafe gegangen, Polizisten zu erschießen. "Draußen standen Polizeifahrzeuge, und alle hatten Uniformen an."

Bei den Opfern handelte es sich um drei Männer und eine Frau. Laut Troyer hat einer der Polizisten kurz vor seinem Tod noch mit dem Bewaffneten gekämpft, einige Schüsse abgefeuert und den Täter dabei möglicherweise verwundet. "Wir hoffen, er hat ihn getroffen", sagte der Polizeisprecher. Die Polizei fragt jetzt bei allen Ärzten der Umgebung nach, ob sie Patienten mit Schusswunden versorgt haben.

AP / AP