Polizistenmord in Heilbronn Wo ist der blutverschmierte Mann?


Drei Tage nach dem Mord an einer Polizistin in Heibronn fehlt noch immer eine heiße Spur. Fieberhaft suchen die Beamten nach dem blutverschmierten Mann, den ein Zeuge in der Nähe des Tatorts gesehen hatte. Für Hinweise ist eine Belohnung ausgesetzt.

Nach dem Mord an einer Polizistin in der baden-württembergischen Stadt Heilbronn ermittelt die Polizei schwerpunktmäßig in der Drogenszene. Erst Anfang April hatte die Polizei bekannt gegeben, dass in den Vormonaten 28 mutmaßliche Drogendealer festgenommen worden seien. Damals wurden 93 Ermittlungsverfahren eingeleitet und 45 Wohnungen im Stadt- und Landkreis durchsucht. Bei den zwischen 17 und 47 Jahre alten Tatverdächtigen seien Marihuana, Heroin, Kokain und mehrere tausend Euro Dealergeld sichergestellt worden. Die Szene war mit verdeckten Ermittlern unterwandert.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte kurz nach der Tat geäußert, dass der Vorfall möglicherweise ein kaltblütiger Racheakt und einen gezielter Schlag gegen die Landespolizei gewesen sein könnte.

Belohnung soll Augenzeugen anlocken

Die Kriminalpolizei hat nach Angaben von Polizeisprecher Rainer Köller nach wie vor keine heiße Spur von den Tätern. Die Ermittler der auf mehr als 40 Beamte ausgestockten Sonderkommission "Parkplatz" erhoffen sich vor allem Hinweise auf den blutverschmierten Mann, der in der Nähe des Tatorts am Mittwoch von einem Zeugen gesehen worden sein soll. "Wir brauchen dringend eine Beschreibung des Mannes. Vielleicht trägt die ausgesetzte Belohnung dazu bei, dass sich noch mehr Augenzeugen melden", sagte Polizeisprecher Rainer Köller am Samstag. Zwei Heilbronner Privatleute hatten am Vortag 15.000 Euro Belohnung für die Ergreifung der Täter zur Verfügung gestellt.

Die 22 Jahre alte Beamtin und ihr 24 Jahre alter Kollege waren am Mittwoch auf dem städtischen Festplatz Theresienwiese offensichtlich aus nächster Nähe mit Kopfschüssen niedergestreckt worden. Die Frau starb, der Beamte wurde lebensgefährlich verletzt. Sein Zustand ist kritisch, aber stabil. Dienstwaffen und Handschellen der Opfer fehlten.

Mehr als 300 Hinweise

Den bisher mehr als 300 Hinweisen aus der Bevölkerung wollten die Beamten an diesem Wochenende nachgehen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte Köller. Nur ein Bereich davon sei die organisierte Kriminalität, konkret die Rauschgiftszene. "Aber eigentlich wissen wir noch gar nichts." Den Obduktionsbericht hält die Polizei bewusst zurück: "Wir brauchen Täterwissen."

Polizisten aus ganz Baden-Württemberg wollen an diesem Montag mit einem Trauerzug in Böblingen der ermordeten Polizistin die letzte Ehre erweisen. Die getötete Beamtin war seit anderthalb Jahren bei der Bereitschaftspolizei Böblingen im Einsatz.

DPA DPA

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