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Besondere Schwere der Schuld Urteil im Polizistenmord von Kusel: Hauptangeklagter muss lebenslang hinter Gitter

Andreas S. vor Gericht
Polizistenmord vor Gericht: Der 39-jährige Hauptangeklagte Andreas S. betritt den Verhandlungssaal des Landgerichts Kaiserslautern
© Uwe Anspach/ / Picture Alliance / DPA
Die Tötung von zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle Ende Januar hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Nun sind die Urteile für das Verbrechen von Kusel gefallen: Der Hauptangeklagte muss lebenslang in Haft – das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.

Die junge Polizistin und ihr Kollege hatten keine Chance. Auf nächtlicher Streife wollten sie einen verdächtigen Kastenwagen kontrollieren, der in der Westpfalz an einer entlegenen Kreisstraße stand. Wenige Minuten später waren die beiden tot. Erschossen. Fast auf den Tag genau zehn Monate ist das Verbrechen von Kusel her.

Nun hat das Landgericht Kaiserslautern im Prozess um die tödlichen Kopfschüsse seine Urteile gefällt und den Hauptangeklagten Andreas S. am Mittwoch zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, womit eine Entlassung des 39-Jährigen nach 15 Jahren im Gefängnis als ausgeschlossen gilt. 

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Hauptangeklagte mit dem Verbrechen Jagdwilderei vertuschen wollte. Im Kastenwagen sollen zum Tatzeitpunkt 22 frisch geschossene Rehe und Hirsche gelegen haben.

Polizistenmord von Kusel: Keine Strafe für Mitangeklagten

Den Nebenangeklagten Florian V. sprach das Landgericht zwar der Mittäterschaft der gewerbsmäßigen Jagdwilderei schuldig. Es sah aber von Strafe ab, da der 33-Jährige bereits vor Prozessbeginn umfassend ausgesagt hatte. Er habe damit zur Aufklärung des Verbrechens beigetragen, hieß es. Der Mann soll sich an der Beseitigung der Spuren beteiligt, aber nicht geschossen haben. Die beiden Männer waren kurz nach der Tat im angrenzenden Saarland festgenommen worden.

Der Hauptangeklagte hatte im Prozess ausgesagt, die Polizeistreife habe die beiden Männer überrascht. "Plötzlich" habe sein damaliger Komplize mit einer Schrotflinte zuerst die Polizistin erschossen und dann den Polizisten angeschossen. Daraufhin habe der Polizist zu schießen begonnen: Er (39) habe daher seinerseits den 29-Jährigen mit drei Schüssen aus einem Jagdgewehr in einer Art Notwehrsituation getötet. Dieser Version folgte das Gericht aber nicht.

Der Polizeikommissar hatte 15 Schüsse aus der Dienstwaffe abgegeben, in der verregneten Januarnacht aber den Schützen nicht getroffen.

Staatsanwaltschaft hatte auf besondere Schwere der Schuld plädiert

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Anklagebehörde hatte gesagt, bei der Tat seien mehrere Mordmerkmale erfüllt und die Tat habe "Hinrichtungscharakter" gehabt – daher liege eine besondere Schwere der Schuld vor.

Die Verteidigung hatte für "ein gerechtes Urteil" plädiert, ohne konkrete Forderung. Aus ihrer Sicht war die Tat "kein Mord, maximal Körperverletzung mit Todesfolge". Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

les DPA AFP

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