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Polizistinnenmord in Heilbronn: Ein Puzzle aus unzähligen Hinweisen und Spuren

Wie bei einem Puzzle müssen die Ermittler nach und nach alle Spuren miteinander verbinden - noch gibt es kein schlüssiges Gesamtbild. Der Heilbronner Polizistenmord bleibt in weiten Teilen rätselhaft.

Mit einer raschen Aufklärung des Heilbronner Polizistenmordes vor viereinhalb Jahren ist vorerst nicht zu rechnen. Es gibt viele Spuren und Hinweise, aber kein Gesamtbild. Ermittler sagen, es könne noch Tage und Wochen dauern. An der Aufklärung sind Behörden in mehreren Bundesländern beteiligt - ob es künftig eine übergeordnete Ermittlungsgruppe geben wird, blieb bislang offen. Noch werden immer wieder Spuren unterschiedlich bewertet.

Eine 36-Jährige, die als Schlüsselfigur gilt und in Sachsen in Untersuchungshaft sitzt, hüllt sich bisher in Schweigen. Daher bleibt vorerst unklar, inwiefern die Frau und zwei mutmaßliche Bankräuber in den Fall verwickelt sind. Die beiden Männer hatten sich am Freitag nach Angaben der Polizei in Eisenach umgebracht. Das Trio hatte Kontakte in die Neonazi-Szene.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachsen werfen der 36-Jährigen bisher nur die Explosion des Wohnhauses in Zwickau vor, in dem sie mit den beiden Männern vor deren Tod zusammenlebte. Deren Leichen waren am Freitag nach einem Banküberfall im thüringischen Eisenach in einem Wohnmobil entdeckt worden. Dort fanden die Fahnder auch die Dienstwaffen der toten Polizistin aus Heilbronn und ihres damals schwer verletzten Kollegen.

Eine Reihe Unklarheiten

Geklärt werden muss zum Beispiel, ob in dem Zwickauer Haus tatsächlich die Tatwaffe aus dem Polizistenmordfall gelegen hat. Baden-Württembergs Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger hatte bereits mitgeteilt, dass sie es wohl sei. Die sächsischen Ermittler dagegen bestätigten bisher nur, dass mehrere Waffen in dem Haus lagen.

Die Zwickauer Ermittler prüfen derzeit außerdem, ob die beiden mutmaßlichen Räuber für weitere Banküberfälle verantwortlich gewesen sein könnten. Darunter sollen zehn in Sachsen und zwei in Mecklenburg-Vorpommern sein.

Einen Zusammenhang mit dem Polizistenmord in Augsburg gibt es nach Angaben von Helmut Sporer von der Kriminalpolizei in Augsburg nicht. Nach eine DNA-Analyse und der Untersuchung der Waffen könne eine Verbindung ausgeschlossen werden, sagte Sporer am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst".

kgi/DPA / DPA
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