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Prinz Ernst August: Revision trotz Halbierung der Geldstrafe

Prinz Ernst August von Hannover geht in Revision. Der Welfenprinz wurde im März 2010 wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe zu 200.000 Euro verurteilt. Das Hildesheimer Gericht hatte damit die Strafe des Landgerichts Hannover aus dem Jahr 2004 um mehr als die Hälfte verringert.

Der Streit um den Vorwurf der Körperverletzung gegen Prinz Ernst August von Hannover geht vor Gericht in eine neue Runde. Ein Sprecherin des Oberlandesgerichts (OLG) in Celle bestätigte am Donnerstag den Eingang eines Antrags auf Revision. Er richtet sich gegen das Urteil des Landgerichts Hildesheim vom März 2010. Nach Überzeugung der Richter hatte der Welfenprinz im Januar 2000 den deutschen Hotelier Josef Brunlehner auf der kenianischen Ferieninsel Lamu aus Ärger über die laute Musik aus dessen Diskothek zweimal geohrfeigt und wurde deshalb wegen einfacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 200.000 Euro verurteilt.

Das Hildesheimer Gericht hatte ein Urteil des Landgerichts Hannover aus dem Jahr 2004 korrigiert. Die Hannoveraner Richter hatten den 57-jährigen Prinzen sogar wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 445.000 Euro verurteilt. Der Anwalt des Prinzen, Hans Wolfgang Euler, begründete am Donnerstag auf Anfrage die Revision damit, dass es anders als vom Landgericht Hildesheim unterstellt kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung gegeben habe. Da der Hotelier Brunlehner wegen der Ohrfeigen niemals Anzeige erstattet habe, sei die Tat zudem verjährt.

Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts kann über die Revision nach interner Beratung auf dem Wege eines Beschlusses entscheiden, er kann aber auch eine neue Hauptverhandlung anordnen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat beantragt, die Revision als unbegründet zu verwerfen. Anwalt Euler hat immer wieder klar gemacht, dass es seinem Mandaten um die Ehre und um einen Freispruch gehe.

mm/AFP / AFP