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Problemfamilien: ... und wieder starb ein Kind

Sie heißen Kevin, Leonie oder eben Mehmet: Der vier Jahre alte Junge aus Zwickau wurde von seinen Eltern totgeschlagen. Das Paar hat zwei weitere Kinder.

Nur wenige Tage nach dem Tod des kleinen Kevin in Bremen beschäftigt ein neuer Fall von schwerer Kindesmisshandlung die Justiz: In Sachsen starb ein vierjähriger Junge, der offenbar über einen längeren Zeitraum geschlagen und vernachlässigt wurde.

Die 28 Jahre alte Mutter und ihr 45-jähriger Lebensgefährte hätten ein Geständnis abgelegt, sagte der Zwickauer Staatsanwalt Frank Hoffmann am Montag . Der Mann gab demnach an, "aus erzieherischen Gründen" auf den kleinen Mehmet eingeschlagen zu haben. Das Kind war am vergangenen Freitag im Krankenhaus an schwersten Verletzungen gestorben.

Weitere Kinder in Heim untergebracht

Gegen die Mutter und ihren Lebensgefährten wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Hoffmann sagte, der Mann habe zugegeben, das Kind "erheblich misshandelt" zu haben. Nähere Angaben zum Motiv habe er zunächst nicht gemacht. Die Mutter, eine Hausfrau, räumte ein, die Misshandlungen im Wesentlichen mitbekommen und nichts dagegen unternommen zu haben.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge lebte die Familie unauffällig in einem Siedlungshaus im Zwickauer Stadtteil Schedewitz. Hoffmann sagte, es habe bislang auch keine Anhaltspunkte auf körperliche Gewalt gegeben, so dass das Jugendamt hätte aktiv werden müssen. Zwei weitere Kinder, die ein und sechs Jahre alt sind, wurden inzwischen in ein Kinderheim gebracht.

Reuters/AP / AP / Reuters
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