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Prozess-Beginn: Geiselnehmer von Straubing gesteht Vergewaltigung

Vor dem Landgericht Regensburg hat der Prozess gegen den so genannten Geiselnehmer von Straubing begonnen, der laut Anklage im Gefängnis seine Therapeutin vergewaltigte.

Vor dem Landgericht Regensburg hat der Prozess gegen den so genannten Geiselnehmer von Straubing begonnen, der laut Anklage im Gefängnis seine Therapeutin vergewaltigte. In einer Erklärung gestand der Angeklagte am Dienstag nach Angaben einer Gerichtssprecherin die ihm zur Last gelegten Straftaten überwiegend ein. Seine Motive seien aber noch unklar. Das Urteil wird voraussichtlich am kommenden Montag verkündet.

Der Strafgefangene Robert K. hatte laut Anklage am 7. April 2009 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Straubing seine Therapeutin in deren Büro gefesselt, sechseinhalb Stunden festgehalten und die 49-Jährige dabei zweimal vergewaltigt. Als Gegenleistung für die Freilassung der Frau forderte K., Telefongespräche mit einer Brieffreundin führen zu können. Der Angeklagte trug während der Geiselnahme ein selbstgefertigtes Messer, zwei Schnürsenkel, Klebeband, Modellbaukleber und Sekundenkleber bei sich. Die Gegenstände hatte der 51-Jährige offenbar aus einem Werkraum entwendet.

K., der seit 1984 wegen Vergewaltigung und der anschließenden Ermordung einer Frau eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßt, ist wegen Geiselnahme in Tateinheit mit zwei Vergewaltigungen angeklagt. Ihm drohen weitere 15 Jahre Haft und eine anschließende Sicherungsverwahrung. Nach der Geiselnahme wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der JVA Straubing und in anderen bayerischen Gefängnissen erheblich verschärft.

AFP / AFP