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Prozess beginnt im Juni: Kevins Vormund wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Wegen des grausamen Tods des kleinen Kevin in Bremen muss sich nun der Amtsvormund des Kindes vor Gericht verantworten.

Vier Jahre nach dem gewaltsamen Tod des kleinen Kevin in Bremen wird seinem Amtsvormund wegen fahrlässiger Tötung der Prozess gemacht. Die Verhandlung vor dem Bremer Landgericht beginnt am 8. Juni, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Ein anderes Verfahren gegen den zuständigen Sozialarbeiter hat das Gericht wegen dessen Verhandlungsunfähigkeit wegen einer dauerhaften schweren Erkrankung eingestellt.

Kevin war am 10. Oktober 2006 tot im Kühlschrank seines drogensüchtigen Ziehvaters gefunden worden. Der Junge war von dem Mann zu Tode gequält worden und hatte mehr als 20 Knochenbrüche erlitten. Zwar stand der Zweijährige unter der Vormundschaft eines Mitarbeiters des Bremer Amtes für Soziale Dienste. Der Vormund und der zuständige Sozialarbeiter hatten Kevin jedoch zuletzt rund ein halbes Jahr vor dem Fund der Leiche mit eigenen Augen gesehen.

Der Ziehvater wurde im Juni 2008 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft verurteilt. Bereits am 11. Dezember 2007 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den damals 65-jährigen Amtsvormund und den 56-jährigen Sozialarbeiter erhoben. Sie hätten dem Ziehvater das Kind wegnehmen müssen, so die Behörde. "Die Notwendigkeit einer Inobhutnahme drängte sich aufgrund einer Vielzahl schwerwiegender Alarmzeichen auf, was für die Angeschuldigten aufgrund ihrer Ausbildung und langjährigen Berufserfahrung auch erkennbar war", teilte die Staatsanwaltschaft damals mit.

Die jahrelange Dauer bis zum Prozessbeginn erklärte das Gericht unter anderem mit langwierigen Auseinandersetzungen um zwei Anträge der Verteidigung, das Verfahren einzustellen. Für die Hauptverhandlung sind zunächst 24 Tage bis Dezember 2010 angesetzt.

APN/DPA / DPA
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