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Prozess gegen Conrad Murray: Jacksons Arzt bricht vor Gericht in Tränen aus

Seine Patienten nehmen ihn in Schutz: Im Prozess gegen den früheren Leibarzt Michael Jacksons haben viele Zeugen ein Loblied auf Conrad Murray gesungen. Er sei nicht profitgierig und nehme sich Zeit für die Kranken, so der Tenor. Den Mediziner rührten die Aussagen offenbar zu Tränen.

Während seines Gesrichtsprozesses musste Conrad Murray weinen. Michael Jacksons Leibarzt wird der fahrlässigen Tötung des Popstars beschuldigt, weshalb er sich momentan vor Gericht verantworten muss. Am 26. Oktober brach er Berichten zufolge sogar in Tränen aus, als er sich einige Zeugenaussagen anhörte.

Zu den fünf Zeugen, die die Verteidigung gestern aufrief, gehörte Ruby Mosley, die sich für Murray aussprach und ihn für sein ärztliches Engagement in einer einkommsschwachen Gemeinde in Texas lobte. So sagte sie: "Wenn dieser Mann gierig wäre, dann wäre er niemals in eine Gegend oder Gemeinde in Acres Homes gekommen, wo 75 Prozent der Menschen arm sind und ohne Sozialhilfe und soziale Sicherheit auskommen."

Die Anklage beschuldigt Conrad Murray hingegen, bei der Behandlung von Jackson vor allem das Monatsgehalt von 150.000 US-Dollar (rund 107.000 Euro) im Kopf gehabt zu sein.

Patienten singen Loblied auf Murray

Andrew Guest, ein ehemaliger Patient des Mediziners, erklärte im Zeugenstand, dass Murray ihm 2002 das Leben gerettet hatte, nachdem er an einem Herzleiden erkrankt war. "Dieser Mann, der dort sitzt, ist der beste Arzt, den ich je gesehen habe", gab Guest zu Protokoll. "Durch diesen Mann bin ich heute am Leben."

Auch andere Patienten des Arztes, der sowohl eine Praxis in Texas als auch Las Vegas betreibt, sangen ein Loblied auf ihn und beschrieben ihn als fürsorglich, geduldig und großzügig. So soll er denen, die es sich nicht leisten konnten, seine Dienste sogar kostenlos angeboten haben.

Lunette Sampson beteuerte: "Dr. Murray ist nicht die Art von Arzt, die durch eine Behandlung hetzt. Wenn wir zu ihm kommen, wissen wir, dass er sich Zeit nimmt."

Noch diese Woche wird entschieden, ob Murray selbst in den Zeugenstand treten wird. Michael Jackson starb an einer Überdosis des Narkotikums Propofol, dass Murray ihm verabreicht haben soll, bevor er ihn unbeaufsichtigt ließ. Er behauptet jedoch, dass der Sänger sich das Propofol selbst verabreichte. Sollte Murray für schuldig befunden werden, drohen ihm bis zu vier Jahre Haft.

mlr/Bang