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Prozess gegen Jörg Kachelmann: "Der Birkenstock haut se alle raus"

In Köln bilden Kontakte und Vergleiche jenseits des Gerichtssaals die Grundlage für Reinhard Georg Birkenstocks Erfolg. In Mannheim wartet der Anwalt - auch heute wieder - mit anderen Methoden auf.

Von Malte Arnsperger, Köln

Dem Taxifahrer am Kölner Hauptbahnhof ist sofort klar, zu wem sein Fahrgast will. "Hohenzollernring 28? Zu Rechtsanwalt Birkenstock also." Der Mann wartet kaum die Bestätigung ab, um ein Loblied auf den Advokaten anzustimmen. So schnell schießt es aus ihm heraus, so breit ist sein Kölsch, dass der überraschte Fahrgast die geschilderten Fälle kaum auseinanderhalten kann: Mal geht es um die Kollegen, die sich dem Rechtsanwalt anvertraut haben, "Sie wissen schon, Knöllchen und so", mal um irgendwelche Bekannten, "die auch so ihre Problemchen mit dem Jesetz hatten". Das Fazit des Chauffeurs am Ende der Fahrt: "Der Birkenstock haut se alle raus."

Reinhard Georg Birkenstock, 65, ist schon seit Jahren einer der bekanntesten Anwälte der Republik. Mandaten wie der Entertainer Willi Herren, DDR-Spion Karl Wienand und Fälle wie der Kölner Schmiergeldskandal haben den Kölner Anwalt in die Schlagzeilen gebracht. Seit er Jörg Kachelmann verteidigt, kennt ganz Deutschland seine wuchtige Gestalt, die hängenden Augenlider und die Reibeisenstimme. Allerdings ist seine Strategie heftig umstritten, es gibt Kritik von Kollegen und Journalisten. Ihm wird sogar die Kompetenz für diese Art von Fall abgesprochen.

Zwischen Akten im Szenequartier

Der Hohenzollernring 28 ist keine Prachtstraße in einem Nobelviertel. Das vierstöckige, rot-bräunliche Eckhaus aus der Jahrhundertwende liegt mitten im Szenequartier Friesenviertel, zwischen Schuhgeschäft, Nagelstudio und Beate-Uhse-Laden. Die Dielen in der Kanzlei im zweiten Stock knarzen. Aktenberge stapeln sich auf dem Boden neben Birkenstocks schwarzem Schreibtisch. Da sitzt er, unumstößlich wie ein Buddha, zupft an seinem weiß-blau gestreiften Hemd mit den eingestickten Initialen "RGB", und zündet sich eine Roth-Händle an.

"Ich habe schon als Schüler oft Streitigkeiten geschlichtet und für andere verhandelt", erinnert sich der gebürtige Hesse, der in Siegen aufwuchs. "Es hieß dann immer: Klär du das mal. Seitdem wollte ich Anwalt werden." Zunächst aber wird Birkenstock Schulsprecher und tritt der SPD bei. Vor allem Fritz Erlers Reden hätten ihn fasziniert, "ein Parlamentarier alten Schlages", wie er ihn nennt. Er verlässt die Provinz und studiert bis 1971 Jura in Lausanne, Heidelberg und Bonn. Nach dem Studium arbeitet er zunächst in einer zivilrechtlich ausgerichteten Anwaltssozietät in Köln, dann macht er sich 1975 als Rechtsanwalt für Strafrecht selbstständig. "Mich fasziniert der Konflikt zwischen dem Staat und dem einzelnen Bürger. In meinem Beruf kann ich kontrollieren, ob der Staat sich an seine eigene Regeln hält. Deshalb empfinde ich meine Arbeit auch als politischen Beruf."

Der Strippenzieher

Der selbsternannte Kontrolleur des Staates war auch schon mal sein Repräsentant. Von 1975 bis 1978 saß er im Rat des Kölner Vororts Hürth. "Er war eloquent, analytisch gut", erinnert sich sein damaliger Ratskollege Erich Lennartz, der damals ebenfalls für die SPD in dem Gremium saß. "Natürlich waren wir links, aber der Reinhard war nicht ideologisch, sondern ging an die Sachen pragmatisch ran." Doch so richtig wohl fühlte sich Birkenstock nicht in der Politik. "Da wollen so viele Leute so unterschiedliche Dinge von dir. Als Anwalt ist die Situation viel klarer: Du hast einen Mandanten und den musst du verteidigen."

Das macht Birkenstock anscheinend nicht schlecht. Im spektakulären Prozess um die Pleite-Bank Herstatt in den 1970er Jahren erreicht er die Freisprüche der Hauptangeklagten. Birkenstock ist ein Strippenzieher, der sich mit seiner Spezialisierung in Wirtschafts- und Steuerstrafrecht offensichtlich darauf versteht, sich mit Richtern und Staatsanwälten außerhalb des Gerichtssaals zu einigen. 1995 erwirkt er die Einstellung des Verfahrens gegen seinen Parteigenossen Manfred Biciste. Der war im Kölner Schmiergeldskandal an der Verschleierung von Großspenden beteiligt und kam mit einer Geldstrafe davon.

Biciste lobt seinen Anwalt noch heute: "Birkenstock hat hinter den Kulissen mit den Beteiligten verhandelt und es geschafft, dass das Verfahren eingestellt wurde. Er hat ausgezeichnete Kontakte in der Kölner Gerichtsszene. Das hat schon sehr geholfen in meinem Fall."

Am Puls der Domstadt

Der Gepriesene stützt sich auf einen Fenstersims in seinem Büro, von oben kann er das Treiben beobachten. Nah am Puls der Domstadt, so sieht er sich gern. Birkenstock kokettiert mit seinem Ruf als "Jedermanns Anwalt". Er verteidige alle, von der "Nutte bis zum Professor", sagt Birkenstock über sich selbst. "Mir ist es ganz wichtig, auch kleine Fälle anzunehmen, auch wenn es finanziell nichts bringt. Denn ich lasse nicht gerne arme Säcke im Stich."

Eine Mutter Teresa ist Birkenstock allerdings nicht. Er hat mit Jörg Kachelmann einen zahlungskräftigen Mandanten, der sich diverse Anwälte und Gutachter leistet. Birkenstock selber schreibt auf der Homepage seiner Kanzlei, dass zu seinen Mandanten "namhafte Manager, Politiker, Freiberufler und Persönlichkeiten aus der Szene" gehören. Kein Mangel an Selbstbewusstsein: "Es ist nie zu spät, einen sehr guten Strafverteidiger aufzusuchen." Stolz präsentiert er im Internet die Liste der "Elf besten Anwälte Kölns" die ein Boulevard-Blatt 2002 erstellt hat und zu denen Birkenstock angeblich gehört. "Eine gewisse narzistische Tendenz hat er schon", bestätigt ein Richter aus Nordrhein-Westfalen. "Aber das gehört bei Rechtsanwälten zum Berufsbild." Ihm sei Birkenstock nicht unsympathisch, "ein kantiger, uriger Typ, der im Gerichtssaal kein Leisetreter ist und sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt." Birkenstock bediene sich jedoch ziemlich unkonventioneller Methoden an der Grenze der Legalität, "die ich so in meinen über 20 Jahren als Richter noch nie erlebt habe".

Birkenstock und seine Methoden lernen derzeit auch die Prozessbeteiligten am Landgericht Mannheim kennen, wo der Fall Kachelmann verhandelt wird. Eigentlich sei seine Strategie, sich in die Köpfe von Richtern und Staatsanwälten hineinzudenken. Auch, um Verständnis für das Verhalten des Mandanten zu wecken. In Mannheim versucht es Birkenstock auf andere Art. Zwei Befangenheitsanträge hat er gegen die Richter eingebracht, beide wurden abgeschmettert. Die Staatsanwaltschaft hat er schon während des Ermittlungsverfahrens mit Dienstaufsichtsbeschwerden traktiert, auch sie wurden abgewiesen.

"Kein Spezialist für Sexualverbrechen"

Einen vielbeachteten Erfolg konnte Birkenstock zwar für sich verbuchen, Kachelmann wurde im Juli aus der Untersuchungshaft freigelassen. "Viel zu spät kamen diese Maßnahmen", urteilt allerdings ein Anwaltskollege aus dem Rheinland. "Birkenstock ging im Ermittlungsverfahren lange Zeit viel zu defensiv an die Sache heran. Außerdem ist er kein Spezialist für solche Sexualverbrechen. Und gute Kollegen, die ihre Hilfe angeboten haben, hat er weggebissen." In Mannheim hingegen sorgt Birkenstock mit seinen Anträgen und dem ständigen Versuch der Demontage von Kachelmanns Ex-Freundin für Kopfschütteln. Eine Mannheimer Anwältin meint: "Ich hätte nicht so die Konfrontation gesucht. Damit vergiftet man nur unnötig die Atmosphäre. Und dass Befangenheitsanträge fast immer zurückgewiesen werden, lernt man schon im Fachanwaltskurs." "Emma"-Gründerin Alice Schwarzer wirft Birkenstock vor, dieser würde bewusst "Sand ins Getriebe streuen, die Verhandlung verzögern". Wie er das selbst sieht? Birkenstock grinst leicht, man merkt, die Breitseite folgt. "Ach Frau Schwarzer, die hat doch ihre Zukunft jetzt hinter sich", sagt er in Anlehnung an ein Zitat seines Jugendidols Fritz Erler über Ludwig Erhard. Aber kann sich Birkenstock auch in die Gegenseite hineinversetzen, sich vorstellen, was das heißt, Opfer einer Vergewaltigung zu sein? Zum Abschied holt er ein Exemplar des von ihm herausgegebenen Sammelbandes "Richter und Gerichtsszenen in der geistlichen und weltlichen Literatur" aus dem Regal. Im Klappentext schreibt Birkenstock: "Dem Leser wird vorgeführt, dass das, was vor Gericht geschieht, ihm selbst widerfahren kann."

18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus
  • Malte Arnsperger