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Prozess gegen Kachelmann: Verteidigung kämpft an allen Fronten

Der Prozess um den Wettermoderator Jörg Kachelmann geht in die nächste Runde. Das Gericht beschäftigt sich heute mit der Videoaussage einer Schweizer Zeugin. Der Anwalt des Angeklagten bleibt unterdessen auf Konfrontationskurs.

Im Vergewaltigungsprozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann bleibt die Verteidigung mit Attacken gegen den Burda- Verlag und den Trauma-Experten Günter Seidler auf Konfrontationskurs. Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn beantragte am Mittwoch, eine langjährige Freundin des Wettermoderators, die sich in der "Bunten" geäußert hatte, solle offenlegen, wie viel Geld sie vom Burda-Verlag erhalten habe. Andernfalls wolle er auf seinen Durchsuchungsantrag zurückkommen.

Schwenn hatte schon einmal erfolglos beantragt, die Redaktion bei den Burda-Zeitschriften "Focus" und "Bunte" zu durchsuchen. Er wirft den Blättern vor, sie würden versuchen, das Verfahren zum Nachteil Kachelmanns zu beeinflussen.

Erneut schürte Schwenn Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Trauma-Experten Seidler, der das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer therapeutisch betreut. Es gehe um "das Vermögen Seidlers, Wahrgenommenes und Fantasievorstellung zu trennen", sagte Schwenn.

Die Öffentlichkeit wurde am Mittwoch erneut von der Verhandlung ausgeschlossen. Das Gericht begutachtete Videoaufzeichnungen der Vernehmung einer Ex-Geliebten Kachelmanns in der Schweiz. Sie hatte sich geweigert, vor einem deutschen Gericht auszusagen. Richter und Staatsanwälte des Mannheimer Landgerichts sowie Kachelmanns Anwälte waren daher vergangene Woche nach Zürich gefahren, um die Frau dort zu befragen. Die nicht öffentliche Vernehmung hatte mehrere Stunden gedauert. Details wurden nicht bekannt.

Kachelmann steht seit September wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht. Eine Ex-Freundin hatte ihn angezeigt. Kachelmann bestreitet die Vorwürfe.

vim/DPA / DPA