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Prozess gegen Nadja Benaissa HIV-infizierte No-Angels-Sängerin gibt ungeschützen Sex zu


Ungeschützter Sex trotz HIV: Die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa hat vor Gericht gestanden, ihre Partner beim ungeschützten Geschlechtsverkehr über ihren Gesundheitszustand im Dunkeln gelassen zu haben.

Die HIV-infizierte No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa hat zu Beginn des Prozesses vor dem Amtsgericht Darmstadt ungeschützten Sex mit ihrem früheren Freund zugegeben. "Es tut mir von Herzen leid", sagte die 28-jährige Angeklagte am Montag. Sie betonte: "Ich habe keineswegs gewollt, dass mein Partner infiziert wird." Laut Anklage soll sie im Jahr 2004 einen Mann mit dem Virus der Immunschwächekrankheit angesteckt zu haben.

Die Sängerin muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten sowie wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, weil sie mit zwei weiteren Männern ungeschützt Sex gehabt haben soll. Diese wurden aber nicht infiziert. Einer der Männer hat im Jahr 2008 Strafanzeige erstattet. Benaissa räumte laut Staatsanwaltschaft ein, dass sie seit 1999 von ihrer HIV-Infektion wusste.

Ihr Verteidiger verlas kurz nach Eröffnung des Prozesses eine Erklärung der Angeklagten. Das Verfahren habe ihr vor Augen geführt, dass ihr Umgang mit der Krankheit falsch gewesen sei, bekannte Nadja Benaissa. Sie könne sich nicht an alle Einzelheiten ihres Intimlebens in den vergangenen zehn Jahren erinnern, heißt es weiter in der Erklärung. Es sei aber möglich, dass die Anklagevorwürfe zuträfen.

Vor Auftritt in Diskothek festgenommen

Nadja Benaissa war am 11. April 2009 vor einem Auftritt in einer Frankfurter Diskothek festgenommen worden und saß danach zehn Tage lang in Untersuchungshaft. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft und Polizei stieß auf Kritik. Ihnen wurde vorgeworfen, die prominente Sängerin an den Pranger zu stellen. Die Deutsche Aids-Hilfe kritisierte, dass die Verantwortung für ungeschützten Verkehr allein Benaissa zugeschoben werde.

Weil die Angeklagte zu Anfang der Tatzeit noch Jugendliche war, findet der Prozess vor dem Jugendschöffengericht statt. Die Kammer hat fünf Verhandlungstermine angesetzt, demnach wäre am 26. August mit dem Urteil zu rechnen.

APN/DPA DPA

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