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Prozess gegen Paralympics-Star: Nahm Pistorius für seine Aussagen Schauspielunterricht?

Im Mordprozess gegen Oscar Pistorius beschäftigt die Öffentlichkeit eine eher abseitige Frage: Hat der Paralympics-Sprinter für seine schauspielreifen Auftritte vor Gericht sogar Unterricht genommen?

Mehrfach brach Oscar Pistorius im Gerichtssaal in Tränen aus. Eine südafrikanische Journalistin behauptet, er habe dies zuvor im Schauspielunterricht trainiert.

Mehrfach brach Oscar Pistorius im Gerichtssaal in Tränen aus. Eine südafrikanische Journalistin behauptet, er habe dies zuvor im Schauspielunterricht trainiert.

Vor Gericht vergoss er mehrere Male bittere Tränen. Ein kürzlich aufgetauchtes Foto aus einem Restaurant zeigt Oscar Pistorius hingegen lachend mit Freunden. Seither diskutiert Südafrika über die Frage, ob der Paralympics-Sportler vor dem Mordprozess Schauspielunterricht genommen hat. Eine Sprecherin von Pistorius hat jetzt Berichte zurückgewiesen, wonach der Sprintstar sich hat ausbilden lassen. Derartige Hinweise entbehrten "jeder Wahrheit", erklärte Anneliese Burgess auf ihrer Webseite. Pistorius habe weder Schauspielunterricht genommen noch einen Seelen-Coach engagiert.

Die südafrikanische Journalistin Jani Allan hatte vor einer Woche in einem auf ihrer Webseite veröffentlichten offenen Brief behauptet, Pistorius habe seine wiederholten Zusammenbrüche vor Gericht, seine Tränen und sein häufiges Erbrechen vorher einstudiert. "Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass Sie für Ihre Auftritte vor Gericht Schauspielunterricht genommen haben", schrieb die bekannte Kolumnistin, und fügte hinzu: "Ihr Coach steht vor einer unmöglichen Aufgabe". Dem behinderten Sprintstar warf sie vor, ein "falscher Held" zu sein, der sein Land und seine Fans enttäuscht habe. Genannt hat sie ihre Quelle allerdings nicht.

Prozess wird am 5. Mai fortgesetzt

In ihrer Antwort warf Pressesprecherin Burgess der Journalistin vor, mit derartigen Kommentaren die "gewaltige Tragödie" um Reeva Steenkamps Tod zu verhöhnen. Oscar Pistorius hatte seine Freundin in der Nacht zum Valentinstag vergangenen Jahres durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses erschossen. Der 27-jährige unterhalb der Knie amputierte Sportler beteuert, Steenkamp für einen Einbrecher gehalten zu haben. Staatsanwalt Gerrie Nel dagegen wirft Pistorius vor, seine Freundin nach einem Streit bewusst getötet zu haben. Der Prozess wurde für die Osterferien unterbrochen, er geht am 5. Mai weiter.

nck/AFP / AFP