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Prozess gegen Serienmörder: Angeklagter gesteht fünf Sexualmorde

Er ist wohl einer der schlimmsten Serienmörder in der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte. Fünf Frauen soll Hans-Jürgen S. in der Zeit von 1969 bis 1984 umgebracht haben. Bis April lebte er unerkannt in Schleswig-Holstein. Jetzt steht er in Kiel vor Gericht.

Gleich zu Beginn des Kieler Prozesses gegen einen mutmaßlichen Serienmörder hat der Angeklagte am Mittwoch fünf Sexualmorde an jungen Frauen gestanden. In einer Erklärung seiner Verteidiger räumte Hans-Jürgen S. die Taten zwischen 1969 und 1984 ein. "Ich bestätige generell meine bisherigen Einlassungen und kann nur noch einmal wiederholen, dass mein damaliges Verhalten für mich bis heute unfassbar bleibt", verlas Verteidiger Horst Schumacher. Er bedaure das unsägliche Leid, das er Familien und Freunden der Opfer zugefügt habe. Er sehe sich zurzeit überfordert, sich in der Hauptverhandlungen noch einmal zu äußern.

Die Opfer der Taten, die der Leiter der zuständigen Mordkommission "fast einzigartig grausam" nannte, waren 15 bis 22 Jahre alt,. Stets soll es den Ermittlern zufolge um die Befriedigung sexueller Gelüste gegangen sein. Viermal tötete S. demnach zwischen 1969 und 1972 im südlichen Schleswig-Holstein und Hamburg, 1984 ein fünftes Mal.

Keine Hinweise auf weitere Verbrechen

Die Erkenntnis, dass sie mit S. einen der wohl schlimmsten Serienmörder der jüngeren deutschen Kriminalgeschichte gefasst hatten, kam für die Ermittler überraschend. Als sie den gelernten Maurer im April dieses Jahres festnahmen, ging es zunächst nur um das Tötungsdelikt von 1984, die Ermordung einer 18-Jährigen in Henstedt-Ulzburg. S. gestand die Tat - und räumte später zur Verwunderung aller in der Untersuchungshaft zusätzlich ein, auch die vier früheren Morde begangen zu haben. Er habe "reinen Tisch machen wollen", fasste der Leiter der Kieler Mordkommission seinen Eindruck zusammen, als er im Juni mit der Neuigkeit an die Öffentlichkeit ging.

Der Verteidiger von S. bekräftigt diese Einschätzung. Die fünf Taten habe sein Mandant "in einer für ihn heute unfassbaren Lebensphase" verübt, sagt Anwalt Schumacher. "Er ist aus seiner Sicht ein anderer Mensch geworden." Dass S. noch für weitere Verbrechen verantwortlich sein könnte, wie Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nicht ausschließen wollten, hätten die Ermittlungen inzwischen widerlegt, betont Schumacher. Auf weitere Verbrechen von S. gebe es "derzeit keine Hinweise", sagt auch die Kieler Oberstaatsanwältin.

Geständnis räumt letzte Fragen aus

Dass es sich bei den zwischen 1969 und 1972 verübten vier Tötungsverbrechen in Norderstedt, Henstedt-Ulzburg und Hamburg um das Werk eines Serienmörders handelte, war schon seit Langem klar. Aber erst das Geständnis von S. räumte die letzten Fragen aus. Demnach fiel er die Frauen abends oder nachts spontan auf der Straße an, nachdem er sie zufällig beim Herumfahren in seinem Auto entdeckt hatte. Er erdrosselte oder erwürgte sie und nahm dann sexuelle Handlungen vor.

Die Kieler Staatsanwaltschaft stuft die Taten des zeitweilig verheirateten Familienvaters, der nach der Scheidung wieder mit seiner Mutter in einem Haus wohnte, deshalb als Morde zur Befriedung des Geschlechtstriebs ein. Wie viele andere Serientäter lebte S. unauffällig, zumindest bis 1993, als er wegen versuchter Vergewaltigung einer Prostituierten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Aber auch das schuf keine Verbindung zu der alten Mordserie.

DNA-Test brachte Polizei auf die richtige Spur

Es war der offensichtlich nach einer längeren Pause verübte fünfte Mord von 1984, der die Beamten am Ende auf die Spur von S. brachte - wenn auch erst mit großer Verzögerung und auf Umwegen. Routinemäßig hatten sie in jüngster Zeit die Spuren dieses Verbrechens mit modernen Techniken erneut ausgewertet und waren auf einen DNA-Überrest gestoßen. Sie besorgten sich Vergleichsproben von 150 Männern, die bei den früheren Ermittlungen eine Rolle gespielt hatten.

Bei einer gab es eine Beinahe-Übereinstimmung, was nur einen Schluss zuließ: Einer der Überprüften war mit dem Täter eng verwandt. Es handelte sich um einen Bruder von S. Von da an dauerte es nicht mehr lange, bis die Ermittler bei S. vor der Tür standen. Das war vor acht Monaten, fast 42 Jahre nach seinem mutmaßlich ersten Mord an einer damals 22-Jährigen in Norderstedt.

kng/DPA/AFP / DPA
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.