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Prozess gegen Todesfahrer von Eppendorf: Verteidiger plädiert auf Freispruch

Im März 2011 starben bei einem schrecklichen Unfall in Hamburg-Eppendorf vier Prominente. Der Verteidiger des Todesfahrers plädierte am Dienstag für Freispruch, das Urteil des Landgerichts wird danach erwartet.

m Prozess gegen den Todesfahrer von Hamburg-Eppendorf hat die Verteidigung am Dienstag Freispruch gefordert. Der epileptische Anfall sei für den 40-jährigen Angeklagten damals tatsächlich aus heiterem Himmel gekommen, sagte der Anwalt Ralph-Dieter Briel im Landgericht Hamburg. Der Anwalt stellte erneut einen Befangenheitsantrag gegen einen Gutachter. Darüber muss die Kammer nun beraten und hat erst einmal kurz unterbrochen.

Anschließend wurde das Urteil gegen den Angeklagten erwartet. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert, außerdem müsse ihm der Führerschein für immer entzogen werden. Die Nebenklage verzichtete darauf, ein konkretes Strafmaß zu nennen.

Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft am 12. März 2011 mit mindestens Tempo 100 über eine rote Ampel gerast sein. Sein Wagen schleuderte in eine Gruppe von Fußgängern und Radlern. Vier Menschen kamen ums Leben, darunter der Sozialwissenschaftler Günter Amendt und der Schauspieler Dietmar Mues. Drei weitere Opfer erlitten Verletzungen. Die Anklage wirft dem Autofahrer fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung vor. Als Epileptiker hätte er sich nicht hinter das Steuer setzen dürfen, ist die Anklage überzeugt.

vim/DPA / DPA