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Prozess in Augsburg Kinderarzt soll über Jahre Jungen betäubt und missbraucht haben


Er lockte seine Opfer offenbar in Wohnungen oder Tiefgaragen und missbrauchte sie dort sexuell. Auch auf Kinderfreizeiten soll sich Harry S. an kleinen Jungen vergangen haben. Der Kinderarzt aus Augsburg steht nun vor Gericht – ihm drohen 15 Jahre Haft.

Am 18. August des vergangenen Jahres tauchte im Hannoveraner Stadtteil Vahrenheide ein verstörter Junge auf. Er war kurz zuvor aus einem Geländewagen gestiegen, dann fuhr das Auto weg. Das fünfjährige Kind, so stellte sich heraus, war gerade Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden: Ein Mann hatte ihn entführt und über Stunden in seiner Wohnung festgehalten. Zwei Monate später nahm die Polizei einen Kinderarzt in Augsburg fest. Harry S. muss sich seit heute vor Gericht verantworten – und die Liste an Vorwürfen ist lang.

Über mehrere Jahre hinweg soll der 40–Jährige in Augsburg, Nürnberg, München und Hannover Jungen sexuell missbraucht haben. Laut Anklage lockte er die Kinder unter einem Vorwand an entlegene Orte wie Keller oder Tiefgaragen und missbrauchte sie anschließend. In einigen Fällen habe er seine Opfer zum Teil narkotisiert – so auch den Fünfjährigen in Hannover.

Missbrauch auf Kinderfreizeiten

Die Verdachtsfälle reichen bis ins Jahr 2007 zurück. Auch an dem Sohn einer Bekannten soll er sich bei gemeinsamen Ausflügen vergangen haben. Demnach übernachtete der Angeklagte mit dem Jungen im Doppelzimmer, wo er ihn betäubte und missbrauchte. Der Anklage zufolge organisierte Harry S. außerdem kostenlose Kinderfreizeiten, auf denen er sich an Kindern vergangen haben soll. 

Der Beschuldigte, so heißt es, machte von seinen Taten Fotos und Videos. Auf seinem Computer fanden die Ermittler zudem kinderpornografisches Material. Die Dateien sollen auch sexuelle Handlungen mit Babys und Tieren beinhalten.

Der gebürtige Augsburger arbeitete zuletzt als Assistenzarzt an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

kis DPA AFP

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