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Prozess in Berlin: Haftstrafe für hundertfachen Kinder-Missbrauch

Ein Mann ist für den hundertfachen Missbrauch der eigenen Kinder zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Jahrelang verging er sich an seinen zwei Töchtern und seinem Sohn. Die inzwischen erwachsenen Kinder traten als Nebenkläger auf. Eine Entschuldigung ihres Peinigers lehnten sie ab.

Wegen jahrelangen Missbrauchs seiner eigenen Kinder hat das Berliner Landgericht einen 49-jährigen Mann zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Der gelernte Druckingenieur hatte die Vorwürfe der Anklage in vollem Umfang eingeräumt.

Demnach zwang er seinen Sohn und seine beiden Töchter zwischen 1980 und 1992 in insgesamt 641 Fällen zu sexuellen Handlungen. Der Vater hatte sich einmal pro Woche an den Kindern vergangen, wenn seine Frau nicht zu Hause war. Zu den ersten Übergriffen war es gekommen, als die älteste Tochter erst zwei Jahre alt war. Über mehr als zehn Jahre missbrauchte er sie insgesamt 573 Mal.

Opfern blieb eine Aussage erspart

Als strafmildernd wertete das Gericht, dass der Angeklagte nicht vorbestraft war und den Kindern jeweils 10.000 Euro Schmerzensgeld gezahlt hat. Zu seinen Gunsten wurde außerdem sein Geständnis berücksichtigt, wodurch den heute 29, 27 und 24 Jahre alten Missbrauchsopfern eine Aussage vor Gericht erspart geblieben war. Der Angeklagte sagte in seinem letzten Wort, dass er die Taten bedauere. "Ich bereue zutiefst, was ich getan habe", erklärte der 49-Jährige. Die Kinder, die im Prozess als Nebenkläger auftraten, nahmen die Entschuldigung ihres Vaters nicht an. Beim Strafmaß folgte das Gericht der übereinstimmenden Forderung von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

AP / AP
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