HOME

Prozess in Stade: "Maskenmann" gesteht Morde an drei Kindern

Zu Beginn des zweiten Prozesstages hat der Anwalt von Martin N. eine Erklärung verlesen. Der Angeklagte gestand demnach die Morde an drei Kindern. Martin N. ließ ausrichten, dass er die Taten bereue.

Der als "Maskenmann" bekannt gewordene mutmaßliche Kindermörder Martin N. hat am Mittwoch vor dem Landgericht Stade drei Morde und sowie den Missbrauch diverser weiterer Opfer gestanden. "Ich bin entsetzt über meine Taten und empfinde tiefe Scham und Reue", heißt es in einer von seinen Verteidigern verlesenen Erklärung. Er habe sie "aus Angst vor Entdeckung" ermordet, ließ N. am Mittwoch vor Gericht erklären. Lediglich einige wenige der insgesamt etwa 40 Missbrauchstaten, die ihm in der Anklage vorgeworfen werden, ließ N. über den Anwalt vor Gericht bestreiten.

Zum zweiten Prozesstag hat die Kammer unter anderem die Mutter eines der Mordopfer, des damals neunjährigen Dennis K., geladen. Der aus Bremen stammende Pädagoge soll den Jungen im September 2001 getötet haben. Er ist außerdem wegen des gewaltsamen Todes eines Dreizehnjährigen und eines acht Jahre alten Jungen sowie 20 anderen Missbrauchsfällen angeklagt. Die Polizei hatte den mutmaßlichen Serientäter im April in Hamburg geschnappt. Damals hatte Martin N. die Taten bereits gestanden.

ono/DPA/AFP / DPA
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?