HOME

Prozess um zerstückelte Leiche: Angeklagter leugnet Totschlag an seinem Mitbewohner

Vor dem Landgericht Stade muss sich ein 54-Jähriger wegen Totschlags an seinem türkischen Mitbewohner verantworten. Er soll die Leiche bereits zerteilt und in Müllsäcke verpackt haben. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

Im Prozess vor dem Landgericht Stade wegen Totschlags an seinem vier Jahre jüngeren Mitbewohner hat der mutmaßliche 54-jährige Täter am Dienstag die Vorwürfe gegen ihn bestritten. Dessen Anwalt verlas zum Prozessauftakt eine Erklärung seines Mandanten, wonach dieser "die Tat nicht begangen" habe, wie eine Gerichtssprecherin auf dapd-Anfrage sagte. Ein Mann und eine Frau, die ihm unbekannt seien, hätten seinen Mitbewohner getötet, hieß es in der Erklärung weiter. Er sei in die Wohnung gekommen, als die Leichenteile bereits in Mülltüten verpackt gewesen seien und habe diese dann entsorgen müssen.

Der 54-Jährige soll laut Anklage im Mai seinen türkischen Landsmann im gemeinsamen Schlafzimmer der Buchholzer Wohnung getötet haben, indem er ihm mit einem Gegenstand auf den Kopf und gegen den Hals schlug. In den folgenden Tagen soll er die Leiche zerstückelt haben, um sie unauffällig aus der Wohnung schaffen zu können. Die Einzelteile steckte er in Plastikbeutel. Mithilfe eines Trolleys soll er die Säcke Anfang Juni in der Nähe von Bahnhöfen in Hamburg-Harburg und im niedersächsischen Buchholz entsorgt haben.

Anschließend fügte er sich selbst mit einem Messer Verletzungen am Hals zu. In einem Gebüsch liegend wurde der Mann gefunden und ins Krankenhaus gebracht, kurze Zeit später entdeckte ein Passant den Trolley in Harburg. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fehlen weiterhin Teile der Leiche. Sie seien offenbar über den normalen Hausmüll entsorgt worden und nicht mehr auffindbar.

Der Tatverdächtige sitzt seit Juni in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 13. Dezember fortgesetzt.

DAPD / dapd
Themen in diesem Artikel