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Prozessbeginn im Augsburger Polizistenmord: Hauptangeklagter nennt Vorwürfe "Grimms Märchen"

Mord, Raub, Waffendelikte: Die Anklageliste ist lang gegen zwei Brüder, die 2011 einen Polizisten mit sieben Schüssen getötet haben sollen. Der mutmaßliche Haupttäter hat die Vorwürfe bestritten.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen hat am Donnerstag der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Augsburger Polizistenmörder begonnen. Die 57 und 59 Jahre alten Männer sollen im Oktober 2011 den Beamten Mathias Vieth bei einer Kontrolle erschossen und dessen Kollegin durch einen Streifschuss verletzt haben. Schon vor Verlesung der Anklageschrift wurde die Verhandlung wegen eines Antrags der Verteidiger unterbrochen. Die Anwälte wollten erreichen, dass ihren Mandanten während des Prozesses die Fußfesseln abgenommen werden. Die Strafkammer des Augsburger Landgerichts entschied aber nach Beratungen, dass die permanente Fesselung angesichts der schweren Tatvorwürfe notwendig und angemessen sei.

Rudolf R. wurde schon mit 19 Jahren zum Polizistenmörder

Der mutmaßliche Haupttäter bestritt die Tat . Der 57-jährige Rudolf R. bezeichnete die Anklageschrift am Donnerstag als "Grimms Märchen". Rudolf R. hatte bereits mit 19 Jahren in Augsburg einen Polizisten ermordet und dafür fast zwanzig Jahre im Gefängnis gesessen. Nach mehreren Vorfällen während der Untersuchungshaft befindet er sich im Gefängnis seit Monaten in strenger Einzelhaft.

Laut Anklage trafen sich die beiden Männer in der Tatnacht am 28. Oktober 2011 an einem Treffpunkt, um von dort zu einem Raubüberfall aufzubrechen. Sie waren demnach mit zwei Kalaschnikov-Schnellfeuergewehren und zwei halbautomatischen Selbstladepistolen bewaffnet.

Sieben Schüsse trafen den 41-jährigen Familienvater

Als eine Polizeistreife mit dem Polizisten Matthias Vieth. und der Polizistin Diana K. die beiden kontrollieren wollte, flüchteten die beiden Männer zunächst mit einem Motorrad, stürzten dann aber Als V. sie mit vorgezogener Pistole aufforderte, sich auf den Boden zu legen, feuerten die beiden der Anklage zufolge ohne Vorwarnung los. Sieben Schüsse trafen den 41-jährigen Polizisten. Der verheiratete Vater von zwei Kindern erlitt dabei tödliche Verletzungen. Seine Kollegin wurde ebenfalls getroffen, aber nur leicht verletzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern gemeinschaftlichen Mord und gemeinschaftlichen versuchten Mord vor. Außerdem sind sie wegen vier bewaffneter Raubüberfälle angeklagt, die sie zwischen 1999 und 2011 verübt haben sollen und bei denen sie Beute im Wert von über 600.000 Euro gemacht haben sollen.

Rudolf R. wollte sich zu den konkreten Vorwürfen nicht äußern. Er sagte, "es ist müßig, auf diese Grimms Märchen zu reagieren". R. fügte hinzu: "Ihr Staatsanwalt soll sich als Schriftsteller betätigen." In einer Prozessunterbrechung beschimpfte er zudem den deutschen Staat als faschistisch. Sein Bruder Raimund M. wollte sich ebenfalls nicht zu den Vorwürfen äußern. Seine Anwälte ließen aber offen, ob er sich im weiteren Prozessverlauf äußern wird.

Reiner Indizienprozess

M. galt anders als sein als Polizistenmörder bereits verurteilter Bruder vor der Tat als unbescholten. Er ist Rentner und arbeitete früher als Metzger. Nach der Festnahme der beiden entdeckten die Polizisten aber Waffenlager, die die beiden angelegt haben sollen, um gemeinsam auf Raubzüge zu gehen.

Die Polizei war nach einer zweimonatigen Fahndung auf die Spur der beiden Männer gekommen. Eine DNA-Spur vom Tatort konnte einem der Männer zugeordnet werden. Die Anklage stützt sich allerdings auf Indizien. Das Gericht hat bereits bis zum Jahresende 50 Verhandlungstage angesetzt und rund 200 Zeugen geladen.

Der leitende Augsburger Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz zeigte sich am Rande des Prozesses überzeugt, dass die Indizienkette für eine Verurteilung der Männer ausreichend ist. Dagegen kündigte der Rechtsanwalt von Rudolf R. an, die Indizien in den kommenden Monaten entkräften zu wollen. Sein Mandant sei unschuldig. Das aggressive Verhalten begründete er mit der Einzelhaft - dadurch sei sein Mandant "sehr angespannt".

Alle Zuschauer wurden durchsucht

Die Kammer hat ferner ungewöhnlich strenge Sicherheitsvorschriften für die Verhandlung erlassen. So werden alle Zuschauer vor Betreten des Saals penibel durchsucht, sieben Polizisten bewachen die beiden Angeklagten auf ihrer Anklagebank.

Der 57-jährige Bruder beschwerte sich bei den Richtern über die Behandlung auch in der Untersuchungshaft und kündigte an, dass er deswegen keinerlei Fragen beantworten werde.

lin/DPA / DPA
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(