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Prozessbeginn in Halle: Frau zerstückelte Ehemann

Ein Mann verschwindet - und wird kaum vermisst. Vier Jahre später wird seine Leiche zerstückelt in einer Gartenanlage gefunden. Vor Gericht hat die Ehefrau die Tat nun gestanden.

In dieser Kleingartenanlage in Sachsen-Anhalt versteckte die Ehefrau die Leiche.

In dieser Kleingartenanlage in Sachsen-Anhalt versteckte die Ehefrau die Leiche.

Eine 60-jährige Frau aus Sachsen-Anhalt hat zugegeben, ihren Mann im September 2009 mit einer Axt erschlagen, zerteilt und im Garten vergraben zu haben. Zwei Tage habe sie gebraucht, um die Leiche im Wohnzimmer mit Säge und Messer zu zerstückeln. Nachts habe sie die Leichenteile dann in Müllsäcke verpackt und im Korb ihres Fahrrads einzeln in den Garten geschafft - damit es niemand merkte und weil die Säcke so schwer waren.

Zwei Stunden dauerte das Geständnis, in dem die Frau die Tat bis ins Detail beschrieb. Die 25 Jahre ihrer Ehe seien von Gewalt und Tyrannei geprägt gewesen, sagte sie zum Auftakt des Prozesses im Landgericht Halle aus. Der Mann sei unter Alkoholeinfluss aggressiv gewesen und habe jahrelang getrunken. Weil sie ihn deswegen verlassen wollte, habe er an jenem Abend selbst die Axt mitgebracht, sie geschlagen, beschimpft und bedroht. "Ich habe das Beil genommen und mindestens sechs- bis siebenmal zugeschlagen", so die Frau. Laut Anklage versetzte sie dem Mann mit der Klinge der Axt mindestens acht wuchtige Schläge gegen Kopf und Körper.

Jahrelang hielt sie sich ganz normal im Garten auf

Nach dem Verschwinden ihres Ehemanns hatte die fünffache Mutter ihrer Familie und ihrem Umfeld erzählt, er habe sie verlassen und lebe nun bei seinem Bruder. "Es hat mich bestürzt, dass es scheinbar niemanden interessiert hat, was mit dem Mann ist", sagte ein Kriminalbeamter während der Verhandlung aus. Erst eine Vermisstenanzeige der Tochter im März 2013 setzte Ermittlungen in Gang.

Laut Anklage hat die Frau die Leichenteile zunächst in ihren zwei Gärten in Tonnen versteckt und dann vergraben. Jahrelang habe sie sich ganz normal im Garten aufgehalten und sei auch mit ihren Enkelkindern dort gewesen. Als im September 2013 die Polizei mit Durchsuchungsbeschluss, Bagger und Spaten in ihrem Garten anrückte, brach sie ihr Schweigen. „Ich war froh, dass ich es sagen konnte“, so die Angeklagte.

Die Frau sitzt seither in Untersuchungshaft. Jahrelang soll sie auch die Rente des früheren Bergmanns kassiert haben. Laut Staatsanwalt droht ihr unter Umständen lebenslange Haft. Ein Urteil wird voraussichtlich Ende kommender Woche gesprochen.

car/DPA / DPA
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