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Puppe als Gefängniswärter: "Wilson" kann Ausbrecher nicht aufhalten

Wozu Personalabbau in den Betrieben doch führen kann. Ein Gefängnis in Argentinien muss sparen und setzt daher weniger Wachmänner als bisher ein. Stattdessen soll "Wilson" für Sicherheit sorgen. Gefallen hat diese Maßnahme auch einigen Insassen. Sie brachen aus - und hatten es nicht allzu schwer.

Sparzwänge im Strafvollzug haben zwei Gefangenen in Argentinien die Flucht leicht gemacht: Die beiden wegen bewaffneten Raubes verurteilten Straftäter kletterten am vergangenen Samstag ohne große Probleme über die Gefängnismauer, weil der nächstgelegene Wachturm lediglich mit einer Puppe besetzt war. Dies mussten die Behörden in der Provinz Neuquén jetzt zugeben. Die Puppe "Wilson" bestand lediglich aus einem Ball und einer Mütze - und wirkte wenig abschreckend.

"Jetzt, wo die Geschichte bekannt ist, geben wir zu, dass wir eine Puppe haben - aber auch Kameras, die uns die Überwachung des Bereichs ermöglichen", sagte der Chef der Strafvollzugsbehörde von Neuquén im Südosten Argentiniens, Daniel Verges. Doch auf die Technik ist offenbar kein Verlass: Viele Kameras und auch Überwachungsmonitore seien defekt und könnten wegen fehlender Mittel nicht repariert werden, sagte der örtliche Polizeichef Juan Carlos Lepen.

Nur zwei von 15 Wachtürmen besetzt

Nur zwei der 15 Wachtürme des Gefängnisses seien mit lebenden Männern besetzt, verriet einer der Wächter der Zeitung "Rio Negro". "In einem der Türme befindet sich eine Puppe namens 'Wilson', die aus einem Ball und einer Mütze gebastelt wurde wie in dem Film "Cast Away - Verschollen" mit Tom Hanks. Wir haben die Puppe gemacht, damit die Gefangenen den Schatten sehen und denken, sie würden bewacht." In dem Film unterhält sich Hanks in seiner Rolle als Verschollener auf einer einsamen Insel vor lauter Verzweiflung mit einem Volleyball, den er gefunden hat. Er nennt ihn nach der Aufschrift auf dem Ball "Wilson".

dho/AFP / AFP