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Prozessauftakt: Mit Baseballschlägern Fußballspiel gestürmt - Angeklagte gestehen

Eine Horde bewaffneter Männern stürmt ein Fußballspiel und schlägt zu. Nun hat der Prozess begonnen. Laut Anklage sollte ein Fußballspieler für eine "Ehrverletzung" bezahlen.

Aachen

Der Angeklagte Erol S. im Gerichtssaal: Angeklagt sind neben ihm sieben weitere Männer wegen eines überfallartigen Angriffs mit Baseballschlägern und Eisenstangen auf ein Fußballspiel

Nach einer überfallartigen Rache-Attacke auf mehrere Männer während eines Fußballspiels haben sieben Angeklagte vor Gericht in Aachen Teilgeständnisse abgelegt. Sie gaben die ihnen jeweils vorgeworfenen Übergriffe wie Tritte und Schläge zu. Ein weiterer Angeklagter äußerte sich nicht.

Der Anklage zufolge haben sie bei einer Bezirksliga-Partie zahlreiche Menschen zusammengeschlagen und getreten. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Gruppe aus überwiegend türkischstämmigen Männern Rache für einen Freund nehmen wollte. Bei einer Auseinandersetzung mit einem Deutsch-Libanesen hatte der zuvor den Kürzeren gezogen. Diese Ehrverletzung hätten die 21 bis 42 Jahre alten Angeklagten rächen wollen, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Dazu sagten die Angeklagten nichts. 

20 Leute bei Attacke beteiligt

30 Familienmitglieder und Freunde des Gekränkten hatten laut Staatsanwaltschaft zunächst vergeblich nach dem Deutsch-Libanesen gesucht und dann erfahren, dass er in Jülich bei Aachen auf dem Fußballplatz war. In einer Horde mit insgesamt 20 Leuten sollen die Angeklagten im November auf den Sportplatz gestürmt sein und zum Teil mit Baseballschlägern zugeschlagen haben. Laut Anklage hatten sie es auf den Deutsch-Libanesen abgesehen, schlugen aber auch auf Spieler ein, die ihm zu Hilfe kamen.

Die zum Teil kräftigen und muskulösen Angreifer sollen auch am Boden liegende Opfer getreten und geschlagen haben. Zehn Menschen wurden verletzt, sie erlitten etwa Knochenbrüche, Prellungen und Platzwunden. Bis zum 19. Mai sind 17 Verhandlungstage angesetzt. 


tis / DPA