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Racheakt befürchtet 900 Polizeibeamte durchsuchen Hells-Angels-Eigentum

Auge um Auge, Chrom um Chrom: Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen der Rockerbande Hells Angels und der Türstehervereinigung "United Tribuns" befürchten die Beamten in Pforzheim einen Racheakt.

Bei einer Großrazzia gegen die Rockerbande Hells Angels haben 900 Polizisten zahlreiche Wohnungen und Gebäude in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz durchsucht. Gegen zwei Mitglieder und einen Unterstützer der Hells Angels wurden Haftbefehle erlassen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Pforzheim mitteilten. Die Haftbefehle richten sich gegen zwei 25 und 35 Jahre alte Brüder sowie einen 22 Jahre alten Unterstützer der Rockerbande. Die Beamten stießen am Montag in 28 Wohnungen und Gebäude auf zahlreiche Waffen und Dokumente.

Schwerpunkt der Aktion war Baden-Württemberg. Mit 400 beteiligten Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren die Durchsuchungen der größte Einsatz der Polizei-Sondergruppe jemals im Südwesten, sagte der Leiter des SEK Baden-Württemberg, Alexander Fuchs. In Baden-Württemberg, Lindau (Bayern) und Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) wurden Wohnungen, zwei Bordelle, eine Gaststätte und ein Clubheim der Rocker durchsucht. Die Ermittler stellten dabei neun Schusswaffen sowie Samuraischwerter, eine Machete, zahlreiche Messer, Anabolika und Molotow-Cocktails sicher, außerdem Munition, Handys und Computer.

Die Polizei vermutet, dass die Hells Angels einen Racheakt gegen die verfeindete Türstehervereinigung "United Tribuns" planten. Dabei sollten führende Mitglieder der "Tribuns" getötet werden, sagte Burkhard Metzger, Leiter der Polizeidirektion Pforzheim. Die beiden Gruppen waren Ende November in Pforzheim aneinandergeraten; drei Bandenmitglieder wurden dabei verletzt. Einer der festgenommen Brüder soll einen gezielten Schuss auf einen Menschen abgegeben haben.

Erst am vergangenen Freitag brachte in Hessen eine Großrazzia die Gewissheit, dass die Hells Angels auch Informanten bei der Polizei hat. Fünf Beamte wurden suspendiert, weil sie entweder mit Informationen oder Drogen gehandelt haben sollen.

DPA DPA

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