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25 Jahre nach RAF-Anschlag: Mord an Alfred Herrhausen bleibt ungeklärt

Jahrelang hielt die RAF Deutschland in Atem. Viele Morde der Terroristen bleiben rätselhaft. So auch der Fall von Alfred Herrhausen: 25 Jahre nach dem Attentat ist seine Akte noch nicht geschlossen.

Alfred Herrhausen starb vor 25 Jahren bei einem Anschlag von RAF-Terroristen

Alfred Herrhausen starb vor 25 Jahren bei einem Anschlag von RAF-Terroristen

Vor 25 Jahren ging das Bild eines zerstörten Mercedes durch ganz Deutschland. Der verkohlte Wagen stand auf einer Straße in Bad Homburg. Im Wrack lag die Leiche von Alfred Herrhausen. Am 30. November 1989 wurde der Deutsche-Bank-Chef Opfer eines Terroranschlags.

Sieben Kilo Sprengstoff rissen ihn in den Tod, deponiert unweit seines Hauses auf dem Gepäckträger eines Kinderfahrrads. Zu dem Mord bekannte sich die dritte Generation der Rote Armee Fraktion (RAF). Vom MTU-Chef Ernst Zimmermann 1985 bis zum Treuhand-Leiter Detlev Karsten Rohwedder 1991 sollen die Linksterroristen fünf Prominente aus Wirtschaft und Politik und fünf weitere Opfer getötet haben.

Die unheimliche dritte RAF-Generation mordete mit technischer Präzision, die meisten Taten sind bis heute nicht aufgeklärt. Von "Perfektionisten des Terrors" schrieb "Die Zeit" 2008.

Das Bild des Autos, das bei dem Attentat auf Alfred Herrhausen zerstört wurde, ging vor 25 Jahren durch Deutschland. In diesem Wrack lag die Leiche des Bankers.

Das Bild des Autos, das bei dem Attentat auf Alfred Herrhausen zerstört wurde, ging vor 25 Jahren durch Deutschland. In diesem Wrack lag die Leiche des Bankers.

Weil Mord nicht verjährt, laufen die Ermittlungen zum Herrhausen-Attentat nach Angaben der Bundesanwaltschaft auch nach einem Vierteljahrhundert weiter. "In der jüngeren Vergangenheit haben wir vor allem Beweisgegenstände mit den neuesten Möglichkeiten der Kriminaltechnik auf DNA-Spuren untersucht", sagte Sprecher Marcus Köhler.

Als erste Generation der RAF gelten ihre Gründer Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof. Ihre ideologische Herkunft war die Studentenrevolte, sie protestierten gegen den Kapitalismus und stellten den bürgerlichen Staat infrage. Doch sie gingen radikaler vor, setzten auf Gewalt aus dem Untergrund. Vier Menschen starben bei Bombenanschlägen 1972, dann wurde die erste Generation inhaftiert.

Ziel der zweiten Generation war es, mit Morden und Entführungen die Gefangenen freizupressen. Ihre Spitze bildeten Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz - "Baader-Meinhofs Kinder" nennt sie der Buchautor Alexander Straßner. Zu ihren Opfern zählten der Generalbundesanwalt Siegfried Buback und der Chef der Dresdner Bank, Jürgen Ponto.

Bundesregierung ließ sich nicht erpressen

Die zweite Generation scheiterte im "Deutschen Herbst" 1977: Die Bundesregierung ließ sich durch die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer nicht erpressen, im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim nahmen sich Baader, Ensslin und Jan-Carl Raspe das Leben.

Die dritte Generation wird geschätzt auf etwa 20 Personen. Sie kündigte im Mai 1982 "einen neuen Abschnitt in der revolutionären Strategie" an. Es ging nicht mehr um Gefangenenbefreiung, sondern um Mordanschläge oder Sabotageakte, manchmal begangen zusammen mit linken Terrorgruppen in Italien oder Frankreich.

Führende Köpfe der dritten RAF-Generation waren Wolfgang Grams und seine Freundin Brigitte Hogefeld. Grams beging nach einer Schießerei mit der Polizei in Bad Kleinen (Mecklenburg-Vorpommern) 1993 Selbstmord. Hogefeld wurde verhaftet, sie wurde 2011 als letztes inhaftiertes RAF-Mitglied entlassen.

Ermittler brüten über Bekennerschreiben

Politisch waren die Terroristen längst isoliert. 1998 zog die Gruppe aus dem Untergrund heraus selbst einen Schlussstrich. "Heute beenden wir das Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist Geschichte", schrieb sie. Reue oder Demut? Fehlanzeige.

Herrhausen war ein ungewöhnlicher Bankmanager, der Transparenz auch für das kapitalistische System forderte und für einen Schuldenerlass für die Dritte Welt eintrat. Doch als Vertreter von Deutschlands größter Bank geriet er ins Visier der Terroristen. Der 59-Jährige hinterließ Frau und zwei Töchter.

25 Jahre später brüten die Ermittler immer wieder einmal über dem Bekennerschreiben, TÜV-Plaketten oder anderen Beweismitteln. Doch bestimmte Verdachtspersonen gebe es immer noch nicht. Aufgeben ist für Oberstaatsanwalt Köhler keine Option: "Wir werden die Ermittlungen nicht einstellen, solange es noch Möglichkeiten gibt, die Täter zu ermitteln." Das Kapitel Dritte Generation ist noch nicht beendet.

Laura Lewandowski/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.