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Illegales Rennen: Gericht hebt Bewährung auf: Raser von Köln müssen nun doch hinter Gitter

Eine Studentin stirbt, als zwei Männer bei einem illegalen Rennen in Köln um die Wette rasen. Beide müssen nun ins Gefängnis. Das Landgericht hob die Bewährung ihrer Strafe auf.

Die beiden Raser von Köln - hier bei einer Gerichtsverhandlung im Dezember - müssen nun doch ins Gefängnis

Die beiden Raser von Köln - hier bei einer Gerichtsverhandlung im Dezember - müssen nun doch ihre Gefängnisstrafe antreten

Nach dem Tod einer Radfahrerin bei einem illegalen Autorennen in müssen zwei Raser nun doch ins Gefängnis. Das Kölner Landgericht urteilte, dass die bereits verhängten Freiheitsstrafen gegen die 24 und 25 Jahre alten Männer nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.

Eine andere Kammer des Gerichts hatte die Angeklagten zuvor wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen von zwei Jahren sowie einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) monierte die Aussetzung zur Bewährung und hob das Urteil teilweise auf.

BGH: Raser führten Unfall mit Vorsatz herab

Die beiden in Deutschland geborenen Türken hatten sich 2015 ein Rennen geliefert. Einer der Fahrer verlor die Kontrolle über seinen Wagen und rammte die 19 Jahre alte Radfahrerin. Die Studentin starb. Der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Nach Auffassung des BGH hatten die Kölner Richter in ihrem ersten Urteil 2016 bedenken müssen, "wie sich eine Strafaussetzung zur Bewährung auf das allgemeine Rechtsempfinden und das Vertrauen der Bevölkerung in die Unverbrüchlichkeit des Rechts auswirken würde". Außerdem habe das Gericht außer Acht gelassen, dass die beiden den Unfall mit ihrer aggressiven Fahrweise vorsätzlich herbeigeführt hätten. Deshalb musste sich das Kölner Landgericht in dem Revisionsprozess erneut mit der Frage der Bewährung befassen. Die Höhe der Strafe beanstandeten die Karlsruher Richter jedoch nicht. 

Raser-Urteile fallen unterschiedlich aus

Der Kölner Raserfall hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht und die inzwischen in Kraft getretene Strafverschärfung für Teilnehmer und Organisatoren illegaler Autorennen mit angestoßen. Illegale Autorennen hatten in der Vergangenheit häufig Gerichte beschäftigt und zu unterschiedlichen Urteilen geführt. Erst kürzlich hob der das bundesweit erste Mordurteil gegen zwei Berliner Raser auf. Sie hatten bei einem Rennen einen Unfall verursacht, bei dem der Fahrer eines anderen Autos ums Leben kam.

pg / DPA / AFP