HOME

Rauschgift-Schmuggel: Rentner wurden unfreiwillig zu Drogenkurieren

Gewonnene Traumreise mit Schönheitsfehler: Ein Rauschgiftring hat arglose Senioren als unwissende Drogenkuriere missbraucht. Doch ein Rentnerpaar schöpfte Verdacht - und alarmierte die Polizei.

Crystal Meth (auch N-Methylamphetamin oder Methamphetamin genannt) wurde im Zweiten Weltkrieg als Aufputschmittel für deutsche Soldaten benutzt

Crystal Meth (auch N-Methylamphetamin oder Methamphetamin genannt) wurde im Zweiten Weltkrieg als Aufputschmittel für deutsche Soldaten benutzt

Ein älteres Ehepaar aus Australien ist bei einer vermeintlich gewonnenen Reise von einer Rauschgiftbande als Drogenkurier missbraucht worden. Ahnungslos brachten die beiden zwei Koffer mit sieben Kilogramm Rauschgift aus Kanada mit nach Australien, wie die Polizei am Freitag berichtete. Auf dem Schwarzmarkt hätten die Drogen nach ihren Angaben einen Wert von fast fünf Millionen Euro gehabt.

Der 72-Jährige und seine acht Jahre jüngere Frau hatten die Traumreise über einen Schein-Reiseanbieter im Internet gewonnen. Sieben Tage Kanada, alles inklusive - und als besonderes Gimmick zwei neue Koffer. Bei der Rückkehr nach Perth kam ihnen ihr Gepäck aber suspekt vor, und sie meldeten ihre Zweifel beim Zoll an. Die Beamten fanden in jedem der beiden Koffer 3,5 Kilogramm des synthetischen Aufputschmittels Crystal Meth.

Masche mit Methode

Ein Kanadier, der die beiden am Flughafen abholen sollte, wurde festgenommen, berichtete die Polizei. In seinem Hotelzimmer wurden Koffer gefunden, die identisch mit jenen der beiden Gewinner waren. Vermutlich wollte der Festgenommene die Koffer später austauschen.

Die "Traumreise" der beiden Rentner war offenbar kein Einzelfall. Eine Scheinagentur mit Sitz in Kanada ("AusCan Tours") lockte vielmehr bewusst ältere Paare mit Reisegewinnen, um sie als unfreiwillige Drogenkuriere einzusetzen. "Die Betrüger scheuten keine Mühen, um den Anschein zu erwecken, alles gehe mit rechten Dingen zu", erklärte der Chef der Flughafenpolizei, David Bachi. "Glücklicherweise setzte sich das Paar nicht über seine Bedenken hinweg, sondern sprach mit uns."

Für die beiden Rentner ist damit noch einmal alles glimpflich ausgegangen. Die Behörden zeigten sich von der Ahnungslosigkeit der beiden überzeugt, gegen sie werde nicht ermittelt, hieß es. Und den Urlaub wird ihnen niemand mehr nehmen können.

jwi/DPA/AFP / DPA
Themen in diesem Artikel