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Razzia: Zahlreiche Waffen bei Neonazis gefunden

Neonazis in Deutschland rüsten offenbar immer weiter auf: Bei Razzien im Süden Niedersachsens fand die Polizei bei Rechtsextremisten wahre Waffenlager. In jeder zweiten durchsuchten Wohnung seien die Beamten fündig geworden.

Die Polizei hat bei Rechtsextremisten in Süd-Niedersachsen erneut zahlreiche scharfe Waffen gefunden. Bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion seien unter anderem neun Karabiner, weitere Gewehre, sieben Pistolen sowie Gotcha- und Softairwaffen sichergestellt worden, sagte der Göttinger Polizeipräsident Hans Wargel während einer Pressekonferenz am Mittwoch. Außerdem entdeckten die Beamten einen Patronengurt für ein Maschinengewehr, weitere Munition sowie das Endrohr einer Flugabwehrrakete aus dem Zweiten Weltkrieg.

Am Dienstag hatten rund 440 Beamte die Wohnungen von 30 Angehörigen der rechten Szene, darunter zwei Frauen, in den Kreisen Osterode, Göttingen, Northeim und Hildesheim sowie in Braunschweig durchsucht. Dabei wurde auch Propagandamaterial beschlagnahmt. Festgenommen wurde niemand. Wargel bewertete die Durchsuchungen als "erfolgreichen Schlag gegen die rechte Szene". Insgesamt gibt es nach Erkenntnissen der Polizei in der Region rund 100 gewaltbereite Rechte.

Waffen in jeder zweiten durchsuchten Wohnung

Es habe sich erneut die Befürchtung bestätigt, dass die Rechten im Süden Niedersachsen bewaffnet sind. In jeder zweiten durchsuchten Wohnung seien Waffen entdeckt worden, sagte der Polizeipräsident. Die Schusswaffen seien zwar nicht alle scharf. Zum Teil seien die Läufe zugeschweißt. Diese ließen sich aber schnell auswechseln.

Bereits vor zwei Monaten hatten die Ermittler bei Mitgliedern rechtsextremer Kameradschaften in der Region zahlreiche Waffen sichergestellt. Bei den damaligen Durchsuchungen waren unter anderem eine Maschinenpistole, ein Präzisionsgewehr mit Zielfernrohr und Schalldämpfer, eine abgesägte Schrotflinte und etwa 450 Schuss Munition sichergestellt worden.

DPA / DPA