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Täter ist pleite: Versickert und verprasst: Das verfluchte Geld des Reemtsma-Entführers

Für die Reemtsma-Entführung wurde das höchste Lösegeld der deutschen Wirtschaftsgeschichte gezahlt. Der Täter ist wieder auf freiem Fuß - doch sein Geld ist weg. Es versickerte bei kriminellen Freunden oder wurde von Fahndern beschlagnahmt.

Reemtsma-Entführer Thomas Drach vor Gericht

Reemtsma-Entführer Thomas Drach vor Gericht

Die Reemtsma-Entführung war eines der aufsehenerregendsten deutschen Verbrechen. Am 25. März 1996 wurde der Hamburger Mäzen Jan Philipp Reemtsma auf seinem Grundstück in Hamburg-Blankenese überwältigt und entführt. 32 Tage wurde er in einem Keller gefangengehalten, dann erpressten die Täter ein Lösegeld in Höhe von 15 Millionen D-Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken. Es war das höchste gezahlte Lösegeld in der deutschen Kriminalgeschichte. Am Ende wurde Reemtsma freigelassen, der Haupt-Täter Thomas Drach (54) floh über Frankreich, Bulgarien und Australien schließlich nach Argentinien, wo er 1998 verhaftet wurde. 2001 wurde er zu 14 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.

Ermittler folgten der Spur des Geldes

Doch für die Ermittler war der Fall damit noch nicht erledigt: Jahrelang versuchten sie, die Ströme des Lösegeldes nachzuvollziehen. Insgesamt war der Verbleib von sechs Millionen D-Mark und sechs Millionen Schweizer Franken unklar geblieben. Das Geld wurde vermutlich längst verprasst.

Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, landeten die Fahnder im Jahr 2013 noch einen weiteren Coup: In einer geheimen Aktion konnten die Ermittler 459.000 Dollar in einem Schließfach in Uruguay sicherstellen. Es war das letzte Geld-Depot des Entführers Thomas Drach.

Nach zwei Jahren Flucht und 15 Jahren Gefängnis ist Thomas Drach wieder auf freiem Fuß, aber pleite. Das Lösegeld wurde entweder von Behörden sichergestellt oder von Dritten ausgegeben. Die 30 Millionen versickerten dem Bericht der "Welt" zufolge "Million um Million in den Niederungen seiner kriminellen Helferszene". Fünf Millionen gingen allein an Drachs Helfer-Trio, der Großteil der Rest-Beute ging bei der Geldwäsche drauf.

Sechs Millionen wertlose Franken

Mit den restlichen Millionen wurden Freunde, Verwandte, Anwälte und die Geliebte versorgt. Während Drach hinter schwedischen Gardinen saß, wurde das Geld in windigen Anlagegeschäften verbrannt. Die sechs Millionen Schweizer Franken, die immer noch vermisst werden, sind mittlerweile wertlos: Die Serie wurde längst zurückgezogen. Die Geldscheine sind damit wertlos.

cf