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Schwere Kindesmisshandlung: Mann soll Dreijährigen ins Koma geprügelt haben

Ein 24-Jähriger soll den Sohn seiner Freundin derart heftig geschlagen haben, dass der Kleine seither im Koma liegt und um sein Leben kämpft. Der Grund des Angriffs macht sprachlos.

nachrichten deutschland - feuer düsseldorf

Der Dreijährige kam nach der Tat in ein Solinger Krankenhaus, wo er derzeit um sein Leben kämpft (Symbolbild)

Was muss nur in einem Erwachsenen vorgehen, einem Kind so etwas anzutun: Im nordrhein-westfälischen Remscheid hat sich eine unfassbare Tat von Kindesmisshandlung zugetragen, bei der ein 24-Jähriger derart brutal auf den dreijährigen Sohn seiner Lebensgefährtin eingeschlagen haben soll, dass dieser seither im liegt und in Lebensgefahr schwebt. Der Tatverdächtige schweigt bislang zu den Vorwürfen, sitzt seit Bekanntwerden der Tat am 9. September jedoch wegen gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft, bestätigte der zuständige Staatsanwalt dem stern. Zunächst hatte der Kölner "Express" über den Fall berichtet. 

Bisherigen Ermittlungen zufolge soll der 24-Jährige die Rettungskräfte damals selbst alarmiert haben, die das Kind daraufhin ins Krankenhaus brachten. Weil dort im Zuge von Untersuchungen auch ältere Verletzungen des Kindes festgestellt wurden, die auf Missbrauch hindeuteten, wurde die Polizei hinzugezogen, die den Mann daraufhin festnahm, so der Staatsanwalt.

Ein erster Bericht der "Rheinische Post" (RP), wonach Nachbarn der 21-jährigen Mutter, die zum Tatzeitpunkt nicht zugegen war, die Polizei alarmiert hätten, bestätigte sich damit nicht. Indes ergaben die Ermittlungen, dass der 24-Jährige im Verdacht steht, "mit hoher Gewaltintensität auf den Jungen eingewirkt zu haben", bestätigte die Staatsanwaltschaft Wuppertal der "RP".

Heftige Schläge aus nichtigem Grund

Der Grund für den Ausraster des bereits im Vorfeld wegen eines Körperverletzungsdelikts polizeilich in Erscheinung getretenen Mannes macht sprachlos: Späteren Angaben der Mutter zufolge prügelte deren Lebensgefährte auf den Dreijährigen ein, weil dieser ins Bett gemacht hatte. Bei der Tat soll das Kind neben Gehirnverletzungen offenbar auch Brüche an der Wirbelsäule und am Becken erlitten haben, wie der leibliche Vater des Jungen gegenüber dem "Express" sagte. "Die Ärzte mussten seine Schädeldecke entfernen, um den Druck vom Gehirn zu nehmen", so der 21-Jährige in dem Bericht. Etwa 20 Prozent der linken Gehirnhälfte seines Sohns, der weiterhin in einer Solinger Klinik um sein Leben kämpft, seien bereits abgestorben.

Über das genaue Ausmaß der Verletzungen wollte der zuständige Staatsanwalt gegenüber dem aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen keine Angaben machen, sprach jedoch von "starken neurologischen Beeinträchtigungen", die der Junge durch die Schläge erleiden musste. Ob das Kind bleibende Schäden davontragen wird, könne man derzeit nicht sagen. Dafür müsse sich der Zustand des bad vier Jahre alt werdenden Opfers erst einmal stabilisieren. 

24-Jähriger wurde wohl mehrfach gewalttätig gegen das Kind

Wohl auch aufgrund der Schwere der Verletzungen prüft die Staatsanwaltschaft Wuppertal, ob gegen den 24-Jährigen zudem wegen versuchten Totschlags ermittelt werden kann. Mögliche Ermittlungen gegen die würden derzeit geprüft, so der Staatsanwaltschaft im Gespräch.

Einem Bericht des "Remscheider General-Anzeigers" (RGA) zufolge, soll der 24-Jährige schon im Vorfeld der Tat mehrfach gegen das Kind gewalttätig geworden sein. Dies habe die Kindsmutter im Zuge ihrer Vernehmung zugegeben. Anzeige habe die Frau deshalb aber nicht erstattet. Ärztliche Untersuchungen des Jungen würden die Aussage der 21-Jährigen jedoch stützen. "Aus den Verletzungen ist auch objektiv zu erkennen, dass so etwas schon früher geschehen ist", bestätigte die Staatsanwaltschaft dem "RGA". Dass der Tatverdächtige einen aggressiven Umgang mit dem Kind pflegte, berichtete auch ein Nachbar gegenüber der Lokalzeitung. Nicht nur habe der Mann den Jungen oft angebrüllt, auch sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen. So soll der Lebensgefährte den Dreijährigen einmal "an den Beinen die Treppe hochgeschleppt" haben.

Mutter wurde bis Ende 2016 von Remscheider Jugendhilfe betreut

Die Stadt bestätigte am Mittwochabend in einer Mitteilung, dass man am 9. September "über dieses tragische Ereignis" informiert wurde. Man sei "sehr betroffen, dass es nach der abgeschlossenen Unterstützung seitens der Jugendhilfe zu diesem Vorfall gekommen ist".

Demnach war die alleinerziehende Kindsmutter in der "Vergangenheit über einen Zeitraum mit jugendhilferechtlichen Maßnahmen unterstützt" worden. Diese Hilfe sei Ende 2016 jedoch "im Einvernehmen zwischen der Stadt Remscheid, dem betreuenden Jugendhilfeträger und der Sorgeberechtigten mit einer guten Prognose beendet" worden. Weitere Angaben zu dem Fall wollte die Stadt aus Gründen des Datenschutzes nicht machen.

mod