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Fünfstellige Beträge für Examenslösungen Richter steht wegen Bestechlichkeit vor Gericht

Einem Richter drohen fünf Jahre Haft, weil er Lösungen für Examensprüfungen verkauft haben soll. Die Tragweite des Falls ist gigantisch: Mehr als 2000 Abschlüsse mussten untersucht werden.

Wegen eines Skandals um gekaufte Jura-Examen muss sich von Mittwochmorgen an ein Richter vor dem Landgericht Lüneburg in Niedersachsen verantworten. Dem ehemaligen Referatsleiter im Landesjustizprüfungsamt werden Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall, Verletzung des Dienstgeheimnisses und versuchte Nötigung vorgeworfen.

Der Jurist soll Referendaren Lösungen für das entscheidende Zweite Staatsexamen verkauft oder für teilweise fünfstellige Beträge angeboten haben. Bis Ende Juni 2015 hat die 3. große Strafkammer mehr als 50 Verhandlungstage angesetzt. Wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit im besonders schweren Fall drohen dem Richter bis zu zehn Jahre Haft.

Sonderprüfer mussten sich nachträglich an die Untersuchung der Abschlüsse von 2000 Juristen machen. In 15 Fällen wurden Verfahren zur Aberkennung des Zweiten Staatsexamens eingeleitet.

Der angeklagte Jurist war Ende März in Italien festgenommen und im Juni ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Bei seiner Festnahme in einem Mailänder Hotel soll der 48-Jährige nach Berichten italienischer Medien 30.000 Euro in bar und eine geladene Pistole bei sich gehabt haben.

ono/DPA DPA

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