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Riesiger Drogenfund der Berliner Polizei: K.O.-Schlag gegen Koksdealer

Berliner Ermittler haben 100 Kilo hochreines Kokain einkassiert. Sechs Männer wurden verhaftet und etliche Schusswaffen beschlagnahmt. Die Drogenfahnder jubeln.

Von Manuela Pfohl

Es ist ein echter Coup, den die Ermittler von Zoll und Polizei so kurz vorm Wochenende landeten: Den Spezialkräften gelang es rund 100 Kilogramm hochreines Kokain in Bremerhaven sicherzustellen, das für Abnehmer in Berlin bestimmt war. Vorangegangen war eine Razzia an insgesamt 24 verdächtigen Objekten. Ein Großteil der am Einsatz beteiligten rund 250 Ermittler hatte im Freihafen von Bremerhaven einen venezuelanischen Frachter im Visier, der Kaffee geladen hatte und dabei war, seine Ladung zu löschen.

Fünf Schiffscontainer mussten die Fahnder durchsuchen, um schließlich in einem dieser Container drei Sporttaschen und das darin versteckte Koks zu entdecken. Gleichzeitig wurden neun Wohnungen, zwei Lokale und sieben Autos gefilzt. Dabei fanden die Ermittler eine scharfe Schusswaffe Kaliber 9mm, tschechischer Bauart und etwa 170 Schuss scharfe Munition.

Pech für die Dealer

Gestern gegen 15 Uhr nahmen Spezialeinheiten der Bremer Polizei dann drei mutmaßliche Täter des groß angelegten Kokainschmuggels fest, nachdem die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift aus Berlin (GER) das Koks mit einem Reinheitsgehalt von ca. 80 Prozent einkassiert hatte. Weitere drei Festnahmen gab es anschließend in Berlin. Pech für die Dealer. Denn damit geht ihnen ein Millionengewinn durch die Lappen.

Der Fall erinnert an den spektakulären Kokainfund, den Hamburger Beamte im April vergangenen Jahres in der Hansestadt sicherstellten. Sie präsentierte damals rund 1,3 Tonnen Koks, das die Dealer von Südamerika über den Hamburger Hafen nach Deutschland geschmuggelt hatten.

Ein richtig dickes Ding

Die Männer hatten das Rauschgift damals in einem Container in exakt 1244 handlich verpackten Holzbriketts versteckt. Der Wert des laut Polizei hochreinen und unverschnittenen Rauschgiftes lag bei mindestens 40 Millionen Euro - und hätte den Dealern ein sorgenfreies Leben beschert. Was die sieben Hamburger mit Migrationshintergrund allerdings nicht ahnten: Die Drogenfahnder der Hansestadt waren ihnen seit November 2009 auf den Fersen. Damals war ihnen eine überregional agierende Truppe ins Netz gegangen, drei Kilo Koks konnten sichergestellt werden. Schnell fanden die Ermittler heraus, dass es Spuren zu einer weiteren weit verzweigten Gruppe von Hamburgern gab, die offensichtlich ein "richtig dickes Ding" plante.

Im aktuellen Fall kamen die Fahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift den vier in Berlin lebenden Tatverdächtigen türkischer Herkunft bereits vor zwei Jahren auf die Spur. Die Polizei geht davon aus, dass die zwischen 34 und 51 Jahren alten Beschuldigten einen umfangreichen Handel mit Betäubungsmitteln betreiben.

Damit ist nun erst mal Schluss. Die geschnappten Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

Dealer versteckten Koks in Wein

Die Ermittler ihrerseits feiern am Abend ihren Erfolg und erzählen sich vielleicht, wie es 2007 war, als sie ebenfalls in Bremerhaven auf einem Schiff fündig geworden waren. Damals hatten Zollfahnder in Bremerhaven in einem Container voller Weinkisten aus Panama 400 Kilogramm Kokain gefunden. Die Ware hatte einen Straßenverkaufswert von rund 30 Millionen Euro, hieß es. Bei dem Fund handelte es sich um die größte Einzelsicherstellung von Kokain bundesweit seit 2001. Damals wurden 514 Kilo Kokain im Hamburger Hafen auf einem Containerschiff aus Venezuela beschlagnahmt.

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