Rio de Janeiro Zwölf Tote bei Drogenrazzia


Eskalation einer Drogenrazzia: Rund 300 Polizisten haben sich in einem Slum in Rio de Janeiro ein blutiges Gefecht mit Drogenkurieren geliefert. Dabei sind mindestens zwölf Menschen getötet worden, darunter auch ein vierjähriges Kind.

Mindestens zwölf Menschen, darunter ein vierjähriges Kind, sind bei einer Polizeirazzia gegen Drogenhändler in Rio de Janeiro getötet worden. Die blutige Aktion geschah nach Medienberichten in einem Slumgebiet im Westen der brasilianischen Metropole. Unter den Todesopfern sei auch ein Polizist, hieß es unter Berufung auf die Behörden. Mehrere Zivilisten und drei Polizisten seien verletzt in Krankenhäuser gebracht worden.

An der Aktion im Stadtgebiet Senador Camara nahmen den Angaben zufolge mehr als 300 Beamte teil. Ein Polizeisprecher sagte, zehn der elf getöteten Zivilisten seien Verbrecher gewesen. Die Polizei erklärte, sie sei bei einer Razzia mit Kugelhagel empfangen worden. Hubschrauber und gepanzerte Fahrzeuge eilten zur Unterstützung herbei. Im Slumgebiet seien mehrere Schusswaffen, Granaten und Munition sowie Kokain und Marihuana sichergestellt worden. Elf mutmaßliche Drogenhändler seien festgenommen worden.

Razzien der Polizei mit mehreren Todesopfern sind in den sogenannten Favelas, den Slumgebieten in Rio, an der Tagesordnung. Menschenrechtsorganisationen beklagen, dass die Polizei sich dabei kaum um die Rechte der ärmeren Bürger kümmert. In den Slums hat die Drogenmafia der Stadt am Zuckerhut ihre Bastionen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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