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Rocker erschießt Polizisten: "Höllenengel" muss für neun Jahre in den Knast

Durch die geschlossene Haustür feuerte ein Hells-Angels-Mitglied auf einen Polizisten. Der 42-jährige Beamte verblutete. Nun muss der Rocker für neun Jahre hinter Gitter.

Das Landgericht Koblenz hat ein Mitglied der Rockerbande Hells Angels wegen Totschlags zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt. Der 44-jährige Angeklagte aus Rheinland-Pfalz hatte zugegeben, am 17. März 2010 durch seine geschlossene Haustür gefeuert zu haben. Dabei hatte er einen 42-jährigen SEK-Beamter tödlich verwundet, der wegen einer Hausdurchsuchung angerückt war.

Am frühen Morgen des 17. März 2010 hatte die Polizei an mehreren Orten im Westerwald Häuser von Hells-Angels-Mitgliedern durchsuchen wollen. Weil bekannt war, dass der 44-Jährige legal Waffen besaß, versuchte das SEK, die Eingangstür seines Hauses aufzubrechen. Der Rocker war jedoch wach geworden und feuerte ohne Warnung zweimal mit einer großkalibrigen Pistole auf einen Polizisten, den er schemenhaft durch seine verglaste Haustür erkennen konnte.

Der erste Schuss hatte den Beamten noch knapp den Kopf des knienden Polizisten verfehlt, als er aufstand wurde der 42-Jährige jedoch trotz Schutzweste am Oberkörper getroffen. Er verblutete innerlich. Der Rocker hatte den Beamten nach Meinung der Staatsanwaltschaft für einen Eindringling gehalten, weil schon zweimal bei ihm eingebrochen worden war. "Er bewertete den Einbruch bei einem Hells Angel als respektlos", hieß es in der Anklage. Aus Sicht des Angeklagten seien deshalb "Konsequenzen" nötig gewesen.

jwi/DPA / DPA