Rockerkrieg im Ruhrgebiet Bandidos und Hells Angels sollen verboten werden


Nach den schweren Auseinandersetzungen zwischen Bandidos und Hells Angels am Wochenende fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter ein Verbot der Rockergruppen.

Nach den schweren Auseinandersetzungen zwischen Bandidos und Hells Angels am Wochenende fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter ein Verbot der Rockergruppen. "Bei den Vorfällen in Duisburg, Solingen und Essen handelt es sich eindeutig um Auseinandersetzungen innerhalb von Gruppen der Organisierten Kriminalität, die mit höchster Gewaltbereitschaft vorgehen", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Wilfried Albishausen der "Rheinischen Post". Hier müsse der Staat Farbe bekennen. Am Wochenende war es im Ruhrgebiet zu einer Eskalation der Gewalt zwischen den beiden seit langem verfeindeten Rockergruppen gekommen. Etwa 50 bis 60 Mitglieder der Hells Angels und der Bandidos lieferten sich in der Nacht zum Sonntag im Duisburger Rotlichtviertel eine Massenschlägerei. Wenige Stunden später wurde in das Clubheim der Hells Angels in Solingen eine Handgranate geworfen, die aber nicht detonierte. Ob die Bandidos dahintersteckten, war unklar. In Essen schossen Unbekannte auf ein Bandidos-Clubheim.

Die Polizei beobachtet die Rockergruppen bereits seit einiger Zeit sehr intensiv. Der Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt Düsseldorf, Thomas Jungbluth, sagte im "WDR 5 Morgenecho", in den vergangenen Jahren seien die Rockergruppen immer wieder bei Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Körperverletzungsdelikten und Rauschgifthandel aufgetaucht. Bei Durchsuchungen seien auch scharfe Waffen gefunden worden. Jungbluth betonte, die Art der Brutalität spreche dafür, dass es um mehr gehe als lediglich um mit Fäusten und Schlagstöcken ausgetragene Auseinandersetzungen. "Wir vermuten schon, dass es da um Gebietsansprüche und um Marktanteile geht", sagte er.

Laut "Rheinischer Post" will die Polizei wegen des Rockerkrieges nun eine landesweite Sonderkommission "Rockerkriminalität" einrichten. Sitz der Kommission soll das Polizeipräsidium Münster sein, wo auch die Ermittlungen zu einem Mord an einem Hells Angel geführt wurden. Dafür waren vor einem Jahr zwei Bandidos zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

AP AP

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