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Rockermord von Hohenschönhausen: Polizei ermittelt gegen Hells Angel

Auch der Mord an einem Berliner Motorradrocker vor drei Monaten scheint sich in die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den Hells Angels und Bandidos einzureihen. Laut einem Medienbericht hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt, der zu den Brandenburger Hells Angels gehören soll.

Drei Monate nach dem Mord an einem Berliner Motorradrocker sind die Ermittler einem mutmaßlichen Täter auf der Spur: einem Hells-Angels-Mitglied aus Brandenburg. Der Verdächtige sei Anfang 30 und wohne in Eberswalde, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Martin Steltner, am Donnerstag. "Wo er sich aufhält, wissen wir nicht." Der Sprecher bestätigte einen Bericht von "Spiegel TV". Laut Steltner durchsuchte die Polizei am Mittwoch die Eberswalder Wohnung des Rockers, eine Autohandlung in Berlin und den Hells-Angels-Treff "Germanenhof" in Hohenschönhausen.

In der Nähe des "Germanenhofs" war Mitte August ein 33-jähriger Rocker auf offener Straße erschossen worden. Das Opfer soll ein früheres Mitglied der Hells Angels gewesen sein, das zu den Bandidos übergelaufen war. Demnach könnte es sich bei dem Mord um einen Racheakt gehandelt haben.

Laptops beschlagnahmt

Laut Staatsanwaltschaft haben die Ermittler diverse Beweismittel beschlagnahmt, die nun ausgewertet würden. Dazu zählten Laptops und Unterlagen. Nach dem Fernsehbericht waren die Fahnder auf der Suche nach der Tatwaffe und Kleidung, die bei der Tat in Hohenschönhausen benutzt wurden. Ob sie fündig wurden, blieb unklar.

Der Mord im August war der bisherige Höhepunkt eine Kette von Gewalttaten der verfeindeten Rockerbanden. Das Opfer wurde gegen Mitternacht angeschossen und niedergestochen. Blutend schleppte der Mann sich noch 200 Meter weit. Dem alarmierten Notarzt gelang es nicht mehr, das Leben des Schwerverletzten zu retten.

Gewalt eskaliert bundesweit

Bundesweit macht den Behörden die steigende Gewalt der Banden untereinander zu schaffen. In Rostock durchsuchte die Polizei am Donnerstag ein Klubhaus der Hells Angels", weil dort mit illegalen potenzsteigernden Mitteln gehandelt worden sein soll.

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine Offensive gegen Hells Angels und Bandidos gestartet, 1150 Personen kontrolliert und zahlreiche Schusswaffen, Messer, Baseballschläger und Schlagstöcke beschlagnahmt. Elf Strafverfahren wurden eingeleitet, gegen einen Rocker erging Haftbefehl. Innenminister Ingo Wolf (FDP) berichtete am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag über die Eskalation der Gewalt nach der Ermordung eines Bandidos-Rockers im Oktober in Duisburg.

DPA / DPA