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Rohrbomben-Fund in Berlin: "Das ist Terrorismus"

Die Demonstrationen rund um den 1. Mai waren in Berlin so friedlich wie lange nicht mehr. Doch der Fund von drei Rohrbomben trübt das Bild nachträglich. Polizeigewerkschaftler Eisenreich vergleicht die Aktion mit Terrorismus.

Nach dem Fund der Rohrbomben bei einer Berliner Mai-Demonstration hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine engere Zusammenarbeit bundesweiter Sicherheitsbehörden gefordert. "Alle Dienste, die es in Deutschland gibt, müssen enger zusammenarbeiten", sagte der GdP-Landesgeschäftsführer Klaus Eisenreich am Dienstag im RBB-Inforadio.

Nach Ansicht des CDU-Innenpolitikers Wolfgang Bosbach sollte das Bundeskriminalamt die Ermittlungen übernehmen. Dies habe nichts mit Misstrauen gegenüber den Berliner Ermittlungsbehörden zu tun, sondern diene lediglich dem Zweck, die Ermittlungen breiter aufzustellen, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses der "Berliner Morgenpost" (Dienstag).

Vergleich mit Terrorismus

Die Rohrbomben hätten "terroristischen Charakter", sagte Bosbach. "Es geht darum, den Anfängen zu wehren, damit wir uns in ein paar Jahren nicht vorwerfen lassen müssen, nichts unternommen zu haben." Polizeigewerkschafter Eisenreich sagte: "Das ist Terrorismus."

Am Rande der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" in Berlin hatte die Polizei drei nicht gezündete Rohrbomben gefunden. "Das ist das klassische Vorgehen von Terroristen und hat mit den bisherigen 1. Mai-Demonstrationen nichts zu tun", sagte Bosbach. Der Vorfall müsse sehr ernst genommen werden. "Schließlich leben die Täter unter uns, und wir haben keine Garantie, dass sich dieses Handeln nur auf den 1. Mai beschränkt."

fle/DPA / DPA