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Rudolf U. verweigert Behandlung Prozess gegen Schützen von Dachau auf der Kippe


Rudolf U. hat laut Anklage das Leben eines Staatsanwalts auf dem Gewissen. Seine Bluttat im Gericht sorgte für Entsetzen. Weil er ärztliche Behandlung verweigert, könnte der Prozess gegen ihn platzen.
Von Malte Arnsperger

Ein gewöhnlicher Gerichtsprozess wurde vor zehn Monaten zum Schauplatz einer Bluttat, die das oberbayerische Städtchen Dachau in einen Schockzustand versetzte: Wegen Hasses auf die Justiz soll der Transportunternehmer Rudolf U. im Dachauer Amtsgericht um sich geschossen und dabei einen Staatsanwalt getötet haben.

Die Gerichtsverhandlung gegen den 55-Jährigen wegen Mordes sollte eigentlich am 23. Oktober beginnen, doch kurz vor Beginn könnte der Prozess nun platzen. "Der Angeklagte Rudolf U. wurde von einem Arzt als verhandlungsunfähig erklärt", sagte Wahlverteidiger Maximilian Kaiser zu stern.de. Der Grund dafür sei eine beginnende Blutvergiftung seines Mandanten, der in Untersuchungshaft sitzt. U. verweigere jegliche ärztliche Behandlung und nehme nur Schmerzmedikamente ein, so Kaiser. Der Richter wolle auch in Abwesenheit des Angeklagten verhandeln, es gebe dazu aber noch eine Anhörung des mutmaßlichen Staatsanwalt-Mörders.

Landgericht bestätigt Gesundheitsprobleme

Das zuständige Münchner Landgericht bestätigte die gesundheitlichen Probleme von U. "Sein Gesundheitszustand ist kritisch und die Kammer überlegt nun, was sie macht", sagte eine Gerichtssprecherin.

Nach Angaben seines Verteidigers war Rudolf U. in den vergangenen Jahren an über 30 Rechtsstreitigkeiten beteiligt und habe sich dabei von der Justiz oft falsch behandelt gefühlt. "Für mich steht fest, dass es ohne die ganzen Verfahren in der Vergangenheit nicht zu dieser Tat gekommen wäre", sagte Anwalt Kaiser zu stern.de.


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