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Isolierte Familie: Staatsanwalt wirft Vater aus Ruinerwold sexuellen Missbrauch seiner Kinder vor

Im Oktober sind sechs junge Erwachsene auf einem abgelegenen Hof in den Niederlanden befreit worden. Gegen den 67-Jährigen, der sie dort festgehalten haben soll, erhebt der Staatsanwalt nun neue Vorwürfe.

Ein Gebäude mit rotem Ziegeldach und hölzerner Verschalung ist hinter Büschen zu sehen

Ein Polizist geht über den Hof in Ruinervold, auf dem sechs junge Erwachsene jahrelang festgehalten worden sein

DPA

Im Fall einer jahrelang isoliert lebenden Familie in den Niederlanden gibt es neue Vorwürfe gegen den Vater. Der 67-Jährige werde verdächtigt, zwei seiner drei ältesten Kinder sexuell missbraucht zu haben, berichtete die niederländische Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Diese Kinder hätten nicht auf dem Bauernhof im Dorf Ruinerwold gelebt.

Laut dem "Allgemeen Dagblad" handelt es sich dabei um zwei Söhne und eine Tochter. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte der Zeitung zufolge nicht sagen, ob die misshandelten Kinder auch eine Klage gegen ihren Vater eingereicht haben. Der Sprecher sagte jedoch, dass die Ermittler in letzter Zeit intensive Gespräche mit ihnen über ihre Vergangenheit geführt haben.

Sechs Menschen auf Hof festgehalten?

Der Niederländer und ein 58 Jahre alter Österreicher werden verdächtigt, sechs heute junge Erwachsene neun Jahre lang auf dem abgelegenem Hof festgehalten zu haben. Der mysteriöse Fall war im Oktober öffentlich geworden, als ein 25-Jähriger in einer Kneipe um Hilfe gebeten hatte. Eine DNA-Analyse habe ergeben, dass der 67-Jährige tatsächlich der Vater der sechs Kinder auf dem Hof ist. Die Mutter war 2004 in Zwolle gestorben, so die Staatsanwaltschaft.

Eine Sondergruppe von 25 Beamten untersucht den Fall der seit Jahren isoliert lebenden Familie

Dem 67-Jährigen werden auch Geldwäsche und Freiheitsentzug vorgeworfen. Er und der Österreicher werden verdächtigt, vor zehn Jahren einen 69-jährigen Mann aus Österreich in dem Ort Meppel für mehrere Monate festgehalten zu haben. Beide Verdächtigen müssen sich erstmals am 21. Januar kommenden Jahres bei einer Vorbereitungssitzung vor Gericht verantworten.

Quellen: DPA, Mitteilung Staatsanwaltschaft, "Allgemeen Dagblad".

tkr / DPA