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Polizei findet Überreste: Mädchenmorde in Rumänen – Verdächtiger gibt Hinweise auf drittes Opfer

Der Mord an einer 15-Jährigen sorgte in Rumänien für großes Aufsehen. Der mutmaßliche Täter hatte die Tat gestanden und gab auch den Mord an einer 18-Jährigen zu. Jetzt gibt es Hinweise auf ein drittes Opfer.

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dpa

Der Fall sorgte in Rumänien für Aufsehen: Eine 15-Jährige verschwand, als sie versuchte, per Anhalter in ihren Heimatort zu gelangen. Verzweifelt rief sie die Polizei, erklärte, dass sie in einem Haus gefangen gehalten, geschlagen und vergewaltigt werde. Doch die Beamten reagierten zu spät. Das Mädchen war bereits tot, als die Ermittler sie fanden. Ein 65-Jähriger hat die Tat inzwischen gestanden. Auch den Mord an einer seit April vermissten 18-Jährigen gab er zu. Jetzt haben die Beamten an einer von dem Verdächtigen angegebenen Stelle möglicherweise die Überreste eines weiteren Opfers gefunden. 

Nahe der südrumänischen Stadt Caracal fanden die Ermittler Knochenfragmente und Zähne, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. "Die Gerichtsmediziner vor Ort kamen zu dem Schluss, dass die Überreste der untersuchten Knochenfragmente höchstwahrscheinlich menschlicher Herkunft sind", hieß es in dem Dokument.

Er brachte sie um, weil sie keinen Sex wollten

Die Polizei hatte den 65-jährigen vor anderthalb Wochen festgenommen. Den Beamten gegenüber hatte er die Tat gestanden und erklärt, dass er auch für den Mord an der vermissten 18-Jährigen verantwortlich ist. Beide Frauen habe er als Anhalterinnen in seinem Auto mitgenommen und zu sich nach Hause gebracht. Dort wollte er mit ihnen Sex haben. Weil die jungen Frauen dies ablehnten, habe er sie umgebracht.

Ermittler hatten bei der Durchsuchung seines Hauses und des Gartens menschliche Überreste und Schmuck der 15-Jährigen gefunden. Erst am vorigen Samstag war klargeworden, dass Knochenreste, die in seinem Haus in Caracal gefunden worden war, zweifelsfrei der verschwundenen Teenagerin zuzuordnen sind. 

Am Montag hatten Ermittler dann in einem Wald bei Caracal die Überreste eines weiteren möglichen Opfers gefunden. Ihre eindeutige Zuordnung zu einer 18-jährigen Frau, die im April verschwunden war, steht noch aus. 

Das Versagen der Behörden im Falle der 15-Jährigen hatte in Rumänien den Rücktritt des Innenministers sowie die Entlassung der Erziehungsministerin und des Oberkommandierenden der Gendarmerie nach sich gezogen. Mehrere tausend Demonstranten gingen in der Hauptstadt Bukarest auf die Straße und skandierten in Sprechchören "Inkompetenz"  an die Adresse der Ermittler.


jek / DPA