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Fünf Jahre lang: Vergewaltigung in 729 Fällen: Mann soll Kinder als Sex-Sklaven gehalten haben

Drei eigene Kinder, drei Adoptivsöhne und fünf Adoptivtöchter: Jahrelang führte ein Paar aus dem fernen Osten Russlands das Leben einer vorbildlichen Großfamilie. Doch was die Mädchen in dieser Zeit erlebt haben sollen, gleicht einem Martyrium. 

Russland: Ein Mann aus Komsomolsk am Amur soll seine Adoptivtöchter mindestens 729 Mal vergewaltigt haben (Symbolbild)

Russland: Ein Mann aus Komsomolsk am Amur soll seine Adoptivtöchter mindestens 729 Mal vergewaltigt haben (Symbolbild)

Was sich jahrelang in Komsomolsk am Amur, einer Stadt im fernen Osten Russlands zugetragen haben soll, schockiert das ganze Land. Ein scheinbar vorbildlicher Familienvater soll seine fünf Adoptivtöchter hunderte Male missbraucht haben. Insgesamt wird ihm Vergewaltigung in 729 Fällen vorgeworfen, wie die russische Ermittlungskommission am Freitag mitteilte. 

Der Mann, dessen Identität nicht bekannt ist, und seine Lebensgefährtin zogen insgesamt elf groß - drei leibliche und acht adoptierte. Während die Frau drei Jungs in ihrer Obhut hatte, übernahm der Verdächtige die Verantwortung für fünf Waisenmädchen.

Nach Außen führte die Familie ein vorbildliches Leben: Das Paar und ihre Kinder gewannen Preise bei Familienwettbewerben, posierten für Lokalzeitungen, bekamen Auszeichnungen und Anerkennung. Weder die Nachbarn noch die Mitarbeiter der Sozialbehörden schöpften offenbar Verdacht, dass in der Familie etwas nicht stimmen könnte. Bis eines der Mädchen nicht mehr schweigen konnte und sich einer Lehrerin anvertraute. 

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Großzügige Unterstützung vom Staat

Die Schule alarmierte sofort die Polizei. Die Ergebnisse der bisherigen Ermittlungen sind erschreckend. Wie die Ermittlungskommission verlauten ließ, sollen die Übergriffe zwischen September 2012 und Februar 2017 stattgefunden haben. Vier der fünf Mädchen, die alle noch keine 17 Jahre alt sind, sollen von dem Mann beinahe jeden Tag vergewaltigt worden sein.

In dieser Zeit kassierte die Familie für jedes adoptierte Kind rund 300 Euro Unterstützung vom Staat, insgesamt also 2700 Euro. Im Osten Russlands eine ordentliche Summe, die es dem Paar nicht nur erlaubte, die Miete für ihre Wohnung zu bezahlen, sondern auch noch eine zweite anzumieten. Diese soll der Mann dazu genutzt haben, seine zu vergewaltigen. 

Wieso durfte ein Mann fünf Mädchen adoptieren?

Der Beschuldigte befindet sich bis zu seiner Verurteilung in Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Die Mädchen wurden wieder in einem Waisenhaus untergebracht.

Nicht nur gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger läuft nun ein Verfahren, sondern auch gegen die russische Sozialbehörde  - wegen Fahrlässigkeit. "Wir werden untersuchen, ob die Behörden die Lebensbedingungen und die Erziehung der Kinder in ihrer Adoptivfamilie vorschriftsgemäß überprüft haben", sagte ein Sprecher der Ermittlungskommission. In den ersten Jahren nach der Adoption sind mindesten fünf Besuche pro Jahr vorgesehen, danach zwei. Allerdings stellt sich in diesem Fall die Frage, wieso ein offiziell alleinstehender Mann fünf Mädchen adoptieren durfte. 

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ivi
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