HOME

Russland: Ermordung und Zerstückelung von Studentin – renommierter Historiker vor Gericht

Ein renommierter russischer Historiker soll seine Partnerin, eine 24-jährige Studentin, aus Eifersucht ermordet und zerstückelt haben. Seit Dienstag muss sich der 63-Jährige vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte und sein Rechtsanwalt unterhalten sich bei einer Gerichtsverhandlung (2019)

Russland, St. Petersburg: Der angeklagte Geschichtsprofessor der Staatlichen Universität St. Petersburg und Experte für französische Militärgeschichte unterhält sich bei einer Gerichtsverhandlung (2019) mit seinem Rechtsanwalt

DPA

Ein 63 Jahre alter prominenter russischer Historiker muss sich seit Dienstag in St. Petersburg wegen Mordes an einer 24 Jahre alten Studentin vor Gericht verantworten. Der Auftakt der Verhandlung gegen den Napoleon-Experten wurde live im Internet übertragen. Der bekannte Wissenschaftler der Staatlichen St. Petersburger Universität hatte die Tat vom November gestanden. 

Laut Anklage soll er die junge Frau, die mit ihm zusammenlebte, aus Eifersucht getötet haben. Er feuerte Schüsse auf sie ab, würgte sie und zerstückelte ihre Leiche, deren Teile er im Fluss Moika der Hafenstadt versenken wollte.

Fall sorgt über Russland hinaus für Aufsehen

Der Fall sorgte international für Aufsehen – auch weil der schillernde Professor immer wieder im Napoleonkostüm auftrat und historische Schlachten nachstellte. Der Historiker erschien nun vor Gericht mit Maske und Handschuhen. Wegen der Corona-Pandemie waren nur wenige Menschen im Gerichtssaal zugelassen.

Wegen des großen Interesses an dem Fall wurde die Verhandlung im Internet übertragen. Weil die Verteidigung aber mehr Zeit brauchte, um sich auf den Strafprozess vorzubereiten, vertagte die Richterin die Verhandlung kurz nach dem Start auf kommenden Montag.

Vor dem Haftrichter hatte der Angeklagte die Tat gestanden. Er begründete die Bluttat damit, dass die junge Frau sich in ein "Monster" verwandelt und ihn verrückt gemacht habe. Er gab insgesamt vier Schüsse auf den Kopf der Frau ab. In seiner Wohnung fanden Ermittler Leichenteile. Demnach hatte er den Körper mit einer Säge und einem Küchenmesser zerteilt. Der Mann war im November aus dem Fluss Moika gezogen worden – vermutlich, als er versuchte, einen Rucksack mit den abgetrennten Händen der Frau im Wasser zu versenken. Auch andere Frauen hatten den Professor gewaltsamer Übergriffe bezichtigt.

fs / DPA