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Sachsen-Anhalt: Polizei ermittelt wegen Rentenbetrug - findet aber eine skelettierte Leiche

Eigentlich war die Frau ins Visier der Polizei geraten, weil sie in den 90er Jahren Rente für ihren Mann kassiert haben soll. Auf ihrem Grundstück fanden die Ermittler jedoch die skelettierten Überreste einer männlichen Leiche.

Bei Ermittlungen zu einem Rentenbetrug sind Ermittler in Sachsen-Anhalt auf ein Tötungsdelikt gestoßen

Bei Ermittlungen zu einem Rentenbetrug sind Ermittler in Sachsen-Anhalt auf ein Tötungsdelikt gestoßen

Bei Ermittlungen zu einem seit den 90er Jahren laufenden Rentenbetrug sind Ermittler in Sachsen-Anhalt auf ein Tötungsdelikt gestoßen. Die 59-jährige Beschuldigte aus Ballenstedt im Harz habe in einer Vernehmung die Tötung eines Manns gestanden, der inzwischen 96 Jahre alt wäre, teilte die Polizei am Donnerstag in Magdeburg mit. Demnach gab sie an, ihn "mit einem stumpfen Gegenstand" getötet zu haben.

Auf dem Grundstück der Frau seien skelettierte Überreste der Leiche des Manns gefunden worden, hieß es. Die Tat soll die Frau demnach zwischen dem Frühjahr 1994 und dem Herbst 1995 begangen haben. Den Angaben zufolge war die Frau ins Visier der Ermittler geraten, weil sie seit den 90er Jahren die Rente des Manns bezogen haben soll.

Kein Haftbefehl gegen die Verdächtige

Das Verhältnis der Frau und des Manns zueinander scheint unklar. Erkenntnisse über ein Verwandtschaftsverhältnis lagen den Ermittlern zunächst nicht vor. Es soll sich allerdings mit Sicherheit nicht um Tochter und Vater oder eine ähnliche Konstellation handeln.
Die Staatsanwaltschaft Halberstadt beantragte einen Haftbefehl gegen die Verdächtige, das zuständige Gericht lehnte dies aber ab. Zur Begründung hieß es, es seien derzeit keine Mord-, sondern lediglich Totschlagsmerkmale erkennbar. Totschlag verjährt nach 20 Jahren.

Die Beschuldigte wurde zunächst auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, erklärte die Polizei.

ivi / AFP