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Saddam in Unterhosen: "Bild" unter Terrorverdacht

Das Foto des inhaftierten Ex-Diktators Saddam Hussein in Unterhosen ging um die Welt. Weil ein Hamburger Anwalt glaubt, dass das Foto Terroristen anstacheln könnte, hat er nun die "Bild"-Zeitung verklagt.

Von Christoph Reuter

Wegen des "Verdachts der Unterstützung terroristischer Vereinigungen" hat der Hamburger Anwalt Bernd Rosenkranz die "Bild"-Zeitung angezeigt. Grund: Das Foto des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein in Unterhosen, das am 21. Mai die halbe Titelseite der "Bild" gefüllt hatte.

Juristisch unorthodox, aber raffiniert begründet wirft Rosenkranz dem Springer-Blatt vor, "mit der Verbreitung dieses Photos bewusst in Kauf zu nehmen, dass sich im Irak tätige aufständische Kampfeinheiten, welche die Kriterien terroristischer Vereinigungen unfraglich erfüllen dürften, sich durch die Verbreitung des von ihnen als zutiefst entwürdigen empfundenen Photos ihres früheren Herrschers in ihrem Tun bestärkt sehen und ihre todbringenden Anschläge neu motiviert fortsetzen".

Darüber hinaus könnten weitere frühere Anhänger durch solche Veröffentlichungen erst in den Widerstand getrieben werden. All dies hätte den Verantwortlichen der "Bild" bewusst gewesen sein müssen.

Der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger, bestätigte den Eingang der Anzeige: "Wir haben ein Vorermittlungsverfahren aufgenommen und die die Sache an den Generalbundesanwalt abgegeben. Denn für Verfahren in Sachen 'Unterstützung terroristischer Vereinigungen' ist der zuständig."

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