VG-Wort Pixel

Schriftsteller schwer verletzt Rushdie-Attentäter wegen versuchten Mordes festgenommen

Salman Rushdie wurde nach dem Angriff mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht
Salman Rushdie wurde nach dem Angriff mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht
© DPA
Schriftsteller Salman Rushdie liegt nach dem Attentat auf offener Bühne im Krankenhaus und muss beatmet werden. Der mutmaßliche Angreifer sitzt in Haft und muss sich wohl wegen Mordes verantworten.

Gegen den Mann, der auf offener Bühne Schriftsteller Salman Rushdie angegriffen hat, wird wegen versuchtem Mord zweiten Grades und Körperverletzung zweiten Grades ermittelt. Das teilte am Samstag die State Police des Bundesstaats New York mit. Der 24 Jahre alte mutmaßliche Täter sitzt laut Polizeiangaben in Untersuchungshaft, ohne dass derzeit eine Möglichkeit zur Freilassung gegen Kaution besteht. Zu einem Tatmotiv gab es weiter keine Angaben. Mord zweiten Grades ist ein eigenständiger Tatbestand im US-Rechtssystem zum Tod eines Menschen. Er kann im Bundesstaat New York mit jahrelangen Haftstrafen belegt werden.

Rushdie wurde laut US-Medien am Samstag weiter in einem Krankenhaus in Erie im angrenzenden Bundesstaat Pennsylvania behandelt. Der 75-Jährige war am Freitagvormittag (Ortszeit) bei einer Veranstaltung in Chautauqua im Westen New Yorks attackiert worden. Wenige Minute zuvor hatte er die Bühne betreten, um über verfolgte Künstler zu sprechen.

Salman Rushdie schwer verletzt im Krankenhaus

Rushdie sei im Krankenhaus operiert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden, teilte sein Literaturagent Andrew Wylie am Abend der "New York Times" mit. Er könne nicht sprechen und werde wahrscheinlich ein Auge verlieren. Außerdem seien Nervenstränge in seinem Arm durchtrennt und seine Leber beschädigt worden, hieß es weiter. 

Rushdie wird seit Jahrzehnten von religiösen Fanatikern verfolgt. Wegen seines Werks "Die satanischen Verse" aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini zur Tötung des Autors aufgefordert. Er warf Rushdie vor, in seinem Roman den Islam, den Propheten und den Koran beleidigt zu haben.

In dem Buch kommt unter anderem eine Figur vor, die dem Propheten Mohammed ähnelt. Die Kritik lautet, dass Rushdie den göttlichen Ursprung des Koran in Frage stellte. Auf das Todesurteil folgten damals eine dramatische Flucht Rushdies und jahrelanges Verstecken. Seit mehr als 20 Jahren lebt er nun in New York.

bak DPA

Mehr zum Thema



Newsticker