HOME

Brandanschlag auf Asylbewerberheim: Polizei nimmt drei Verdächtige fest

Nach dem Anschlag im niedersächsischen Salzhemmendorf hat die Polizei drei Verdächtige festgenommen. Die zwei Männer und eine Frau sollen einen Brandsatz in ein Asylbewerberheim geschleudert haben.

Zwei Ermittler sammeln mit Pipetten kleinste Spuren ein

Die Festnahme von drei Verdächtigen nach einem Brandanschlag in Salzhemmendorf ist offenbar das Ergebnis guter Ermittlungsarbeit

DPA

Nach dem Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Salzhemmendorf bei Hameln sind drei Verdächtige festgenommen worden. Es handele sich um zwei Männer im Alter von 24 und 30 Jahren aus Salzhemmendorf sowie eine 23-jährige Frau aus dem Raum Hannover, erklärte die Polizei Hameln am Freitagabend. Sie seien nach Auswertung von Spuren, Zeugenaussagen sowie "aufgrund von Vorerkenntnissen der Polizei" ermittelt worden.

Der 24-Jährige sei wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie politisch motivierten Taten bereits polizeibekannt, der 30-Jährige wegen Sachbeschädigung und Diebstahls, erklärte die Polizei. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte dem NDR, die drei Verdächtigen hätten Geständnisse abgelegt.

Ministerpräsident spricht von versuchtem Mord

Die Attentäter hatten in der Nacht zum Freitag einen Molotow-Cocktail durch ein Fenster eines ehemaligen Schulgebäudes geworfen, in dem Flüchtlinge untergebracht sind. Durch den Brandsatz gerieten ein Teppich und eine Matratze in Brand. Eine in einem Nebenraum mit ihren drei Kindern schlafende Asylbewerberin aus Simbabwe bemerkte den Angriff und konnte sich und ihre Familie unverletzt in Sicherheit bringen. Laut Polizei befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags etwa 40 Flüchtlinge in dem Gebäude.

Ministerpräsident Weil verurteilte den Anschlag als "versuchten Mord", Niedersachsens Innen-Staatssekretär Stephan Manke (SPD) sprach von einer "feigen und widerwärtigen Tat".

ono / AFP
Themen in diesem Artikel