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Serienmörder Samuel Little: Er tötete Dutzende Frauen - jetzt malte er ihre Gesichter, damit sie identifiziert werden können

Samuel Little hat gestanden, mehr als 90 Frauen getötet zu haben. Wegen drei Morden wurde er bereits verurteilt. Um den FBI-Ermittlern zu helfen, hat er nun aus der Erinnerung Portraits weiterer Opfer gemalt.

Diese 16 Portraitzeichnungen mutmaßlicher Opfer hat der Serienmörder Samuel L. aus dem Gedächtnis angefertigt

Diese Portraitzeichnungen hat der Serienmörder Samuel L. aus dem Gedächtnis angefertigt. Sie sollen Frauen zeigen, die der 78-Jährige innerhalb von 35 Jahren in mehreren Bundesstaaten der USA getötet hat.

AFP

Samuel Little gilt als der wohl schlimmste Serienmörder in der Geschichte der USA. Dutzende Frauen hat er nach eigenem Bekenntnis innerhalb von 35 Jahren umgebracht. In Kalifornien wurde Little, der auch den Namen Samuel McDowell verwendete, bereits 2014 zu dreimal lebenslanger Haft verurteilt, weil er in der Gegend von Los Angeles von 1987 bis 1989 drei Frauen erwürgte. Die Taten hatte er stets vehement bestritten. Erst im vergangenen Jahr, als FBI-Fahnder ihn in seinem Gefängnis in dem Westküstenstaat mit einem ungeklärten Mord in Odessa, Texas in Verbindung brachten und Little sich in eine texanische Strafanstalt verlegen lassen wollte, packte der 78-Jährige im Gegenzug für die Verlegung aus.

Mehr als 90 Morde zwischen 1970 und 2005 hat Little seither gestanden. Und die Bundespolizei FBI versucht, seine Angaben mit ungelösten Todesfällen in mehr als einem Dutzend Staaten aus diesem Zeitraum in Einklang zu bringen.

FBI will mithilfe der Bilder Todesfälle aufklären

"Schon kurz nach Littles Geständnissen im November konnte das FBI bestätigen, dass er 34 Menschen getötet hatte", berichtet der US-Nachrichtensender NBC. "Vor Kurzem wurden acht weitere seiner Geständnisse bestätigt oder offenen Fällen zugeordnet." Aber für mehr als die Hälfte der Geständnisse des Serienmörders gebe es noch keine Belege.

Samuel Little ist der wohl schlimmste Serienmörder in der US-Geschichte

Samuel Little ist der wohl schlimmste Serienmörder in der US-Geschichte

AFP

Um dem FBI bei seinen Ermittlungen weiterzuhelfen, hat Little aus dem Gedächtnis heraus Portaitbilder von 16 seiner angeblichen Opfer gemalt. Außerdem gab er an, wo und wann er die Frauen ungefähr ermordete, ihr mutmaßliches Alter und ihre Namen und woran er sich sonst noch erinnern konnte. Bei einem der Opfer, das Little skizzierte, soll es sich dem FBI zufolge um einen in Miami getöteten 18 Jahre alten Mann mit dem Namen "Mary Ann" oder "Marianne" handeln.

Drei weitere Portraits konnten die Fahnder Fällen zuordnen, in denen die Opfer den Namen Jane Doe tragen. Damit werden in den USA nicht identifizierte weibliche Personen bezeichnet. Bei den drei Frauen handelt es sich um eine 28 bis 29 Jahre alte Schwarze, die 1984 ermordet wurde, eine weiße Frau im Alter zwischen 20 und 25 Jahren, die 1972 getötet wurde und vermutlich aus dem Bundesstaat Massachussetts stammt und um eine 35 bis 45 Jahre alte Schwarze, wahrscheinlich aus Pascagoula im Bundesstaat Mississippi, die 1977 umgebracht wurde.

Links Littles Skizze einer Frau die 1984 getötet wurde, rechts die eines Mannes mit Namen Mary Ann oder Marianne

Das linke Bild zeigt Littles Skizze einer schwarzen Frau in ihren späten Zwanzigern, die 1984 getötet wurde. Das FBI hat die Zeichnung einer Jane Doe zugeordnet, also einer nicht identifizierten Frau. Das rechte Bild zeigt Littles Skizze eines 18-jährigen schwarzen Mannes, genannt Mary Ann oder Marianne.

"Little wählte für seine Morde marginalisierte und verletzliche Frauen, die oft Prostituierte und drogenabhängig waren", erklärte das FBI schon im November. "Ihre Körper wurden manchmal nicht identifiziert und ihre Todesfälle nicht untersucht." Weil der ehemalige Wettkampfboxer seine Opfer mit kräftigen Schlägen überwältigt oder k.o. geschlagen und sie dann erwürgt habe, habe er auch nicht immer offensichtliche Mordmerkmale hinterlassen. Ohne Stich- oder Schussverletzungen seien viele der Todesfälle nicht als Morde eingestuft, sondern auf Drogenüberdosen, Unfälle oder natürliche Ursachen zurückgeführt worden.

Samuel Little wird wohl im Gefängnis sterben

Eine weitere Schwierigkeit für die Ermittler bestehe darin, dass Little zwar sehr detailliert beschreiben könne, wie seine Opfer aussahen und wie und wo er sie getötet habe, seine Datumsangaben aber ungenau seien, schreibt NBC. "Littles unklare Zeitangaben sind bei der Verifikation eine Herausforderung", zitiert der Sender das FBI. Ebenso wie seine Methoden, seine ständigen Ortswechsel und die Lebensumstände der Opfer. Die Merkmale seiner Verbrechen seien eine Erklärung, warum Little jahrzehntelang mit seinen Taten davongekommen sei.

Little befindet sich dem FBI zufolge in schlechtem gesundheitlichen Zustand und wird wahrscheinlich bis zu seinem Tod im Gefängnis in Texas bleiben. Ziel der Ermittler sei es nun, seine Opfer zu identifizieren, ungelöste Fälle abzuschließen und für Gerechtigkeit zu sorgen.

Quellen: FBI, NBC

Ronald Joseph Dominique (r.) und die Bilder seiner Opfer