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Massaker in San Bernardino Tochter textet Vater während des Amoklaufs


Holly Pettit arbeitet in der Sozialeinrichtung im US-Bundesstaat Kalifornien, die von Schützen überfallen wurde. Während die Amokläufer ihre Kollegen und Kunden erschießen, schließt sie sich ein und schreibt ihrem Vater.

Davon, dass sich seine Tochter Holly plötzlich mitten in einem Amoklauf befand, zeugt bloß noch ein Chatverlauf per SMS auf Terry Pettits Handy. Holly Pettit ist 36 und arbeitet in ihrem Büro der Sozialeinrichtung in San Bernardino im US-Bundesstaat Kalifornien. Auch an dem Vormittag, an dem plötzlich das Gebäude von Schützen gestürmt wird. Nur wenige Meter von ihr entfernt sterben 14 Menschen, 17 werden verletzt. Sie flieht mit ein paar Kollegen in ein Büro, schließt sich dort ein - und schreibt ihrem Vater.

"Versteck dich - finde eine gute Stelle"

Noch während des Amoklaufs gibt Terry Pettit ein Interview und zeigt Reportern von "Tru News" die erst 40 Minuten alten Nachrichten seiner Tochter. Um 11.16 Uhr schreibt sie ihrem Vater Terry folgende SMS - mitten aus dem Massaker: "Papa Schießerei auf meiner Arbeit. Es wurden Menschen erschossen. Im Büro, warte auf Polizei, dass sie ihn fangen. Bete für uns."  Hollys Vater antwortet sofort: "Versteck dich". Im Englischen geht das noch schneller: "Hide". Der Vater verliert keine Zeit und schickt alle Nachrichten kurz hintereinander. "Finde eine gute Stelle", schreibt er und "versteck' dich jetzt". "Bin ich", textet Holly zurück. 

"Jemand kam rein und fing an zu schießen und sie rannte in ein Büro und versteckt sich jetzt dort mit anderen Menschen", sagt der Vater zu "Tru News" vor laufender Kamera. "Auch die Tochter eines Freundes versteckt sich mit ihr da drin - gerade jetzt, während wir hier gerade miteinander sprechen. Jemand muss es ihr frühzeitig erzählt haben, da ist sie weggerannt." Als der Vater die Nachrichten seiner Tochter vorliest, muss er weinen. 

"Ist die Polizei auf dem Weg?", schreibt er seiner Tochter. Holly simst: "Bin versteckt, aber wir sind in einem Büro eingeschlossen."

Das Interview gibt Pettit nur wenige Meter vom Tatort entfernt und noch während der Schießerei. Holly kommt später heil aus dem Gebäude und dem Vorfall heraus. Einige ihrer Kollegen und mehrere Kunden sterben in der Sozialeinrichtung. Das Ehepaar, das in das Gebäude eindrang, tötet insgesamt 14 Menschen. Ihr Motiv ist noch immer weitgehend unklar.

jen

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